Aufwärmen mit Kindern

Vor Spiel & Training: Aufwärmen mit Kindern

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Spielerisches Aufwärmen vor dem Sport schützt Kinder vor Verletzungen

Ob im Schulsport oder im Sportverein, wenn Sie mit Kindern arbeiten, gelten andere Regeln und Richtlinien als für Erwachsene – und doch irgendwie auch dieselben. Praktische Tipps und Tricks für das Aufwärmtraining mit den Kleinen.

Für Kinder stellt Aufwärmen meist eine lästige Pflicht dar. Ihr Interesse an einem selbstständigen Einlaufen ist wenig ausgeprägt. Dies liegt zum Einen schlicht in ihrem Naturell, zum Anderen aber auch an mangelnder Aufklärung seitens des Übungsleiters. Kinder wollen spielerisch lernen und verstehen, warum sie etwas tun. Nutzen Sie daher die Chance und kombinieren Sie früh Theorie und Praxis, indem Sie Ihren Schützlingen einfacher Hintergründe und Basiswissen mit auf den Weg geben. Des Weiteren machen Sie sich den kindlichen Spiel- und Bewegungstrieb zu Nutzen und gestalten Sie das Aufwärmtraining durch Spiele und kleine Wettbewerbe abwechslungsreicher.

Grundsätzlich sollten sich Kinder genau wie Erwachsene aufwärmen, denn es finden die gleichen positiven Anpassungen statt:

1. Der Organismus stellt sich nach einigen Minuten von Ruhe auf Belastung um.

2. Das Herzkreislaufsystem passt sich an und leitet eine Umverteilung des Blutes ein.

3. Die Muskulatur wird besser durchblutet und der Stoffwechsel erhöht.

4. Die Belastbarkeit des Bewegungsapparats verbessert sich.

 

Kurzum: Der Körper wird besser auf nachfolgende Leistung vorbereitet und die Verletzungsgefahr wird reduziert. Je nach Alter sollten Sie den Kindern mit einfachen Worten dies erläutern und gegebenenfalls am Anfang der nächsten Stunde wiederholen oder abfragen. Gerade in vielen Schulen wird bis heute zu wenig für die Aufklärung in Sachen Gesundheit und Fitness getan und der Sportunterricht nach veralteten Prinzipien strukturiert. Sportwissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Körpers im Kindes- und Jugendalter mit Abstand am ausgeprägtesten ist. Die in dieser Zeit antrainierten Grundlagen begleiten uns ein Leben lang. Dies sollten nicht nur angehende Spitzensportler ausnutzen, sondern alle Kinder. So kann von klein an Übergewicht vermieden werden, ebenso zahlreiche Folgeerkrankungen, die auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind. Das der Bedarf vorhanden ist, steht außer Frage. Nach Aussagen des Gesundheitsministeriums ist in Deutschland jedes fünfte Kind zu dick, bei den Jugendlichen gar jeder Dritte – Tendenz steigend.

 

Die Aufwärmphase bietet sich also dafür an, theoretisches Wissen einfließen zu lassen. Weiterhin gilt es bei der Arbeit mit Kindern zusätzliche Aspekte zu bedenken:

- Das Aufwärmen sollte abwechslungsreich und kindgerecht sein. Da es selten auf einen leistungssportlichen Wettkampf vorbereitet, können Abstriche bei der Funktionalität zu Gunsten des Spaßfaktors gemacht werden.

- Kinder haben – gerade wenn sie länger still sitzen mussten – einen erhöhten Bewegungsdrang, den es beim Aufwärmen zu befriedigen gilt.

- Aufwärmspiele sollten eine entsprechend geringe Intensität besitzen, um vorzubereiten und nicht zu belasten.

- Finden Sie Mittel und Wege bereits am Anfang das Gruppengefühl zu stärken und leistungsschwächere Kinder zu integrieren.

- Versuchen Sie Übungen und Spiele sinnvoll für die anschließende Sportart auszuwählen. Da Kinder in der Regel ungern klassische Kraftübungen für ein spezifisches Warm Up ausführen, bauen Sie diese in ein Spiel mit ein.

- Geben Sie den Bewegungen/Spielen lustige und anschauliche Namen wie Froschhüpfen oder Fuchsjagd.

 

Weitere Ideen, Tipps und Grundlagen können Sie in unserer Artikelreihe zum Thema „Aufwärmen“ finden. Die Arbeit mit Kindern ist sicherlich etwas fordernder als ein Training mit Erwachsenen, die Erfolge, Begeisterung und Einflüsse aber umso größer. Vermitteln Sie „Ihren“ Kindern vor allem den Spaß an Bewegung und Sport. So geben Sie ihnen ideale Voraussetzungen für ihr weiteres Leben mit.

 

Marcel Kremer

 

Literatur:

Achtergarde, Frank: Selbstständiges Arbeiten im Sportunterricht. Ein Sportmethodenhandbuch, Aachen 2009.

Mossmann, Klaus: Kleine Aufwärmspiele, 8. Aufl., Wiebelsheim 2010.

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