Leistungsdiagnostik

Koordinationstests

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Sie haben keine Ahnung wie gut Ihre Koordination ist? Dann schnüren Sie die Turnschuhe und testen Sie sie!

Wie gut ist eigentlich Ihre Koordination? Können Sie noch auf einem Bein stehen oder ein herunterfallendes Objekt auffangen? Wir machen den Test!

Koordination. Klingt gut. Irgendwie wissenschaftlich. Aber wofür brauch ich das überhaupt? Ich bin Läufer, Gewichtheber, Fußballer und Billard-Spieler. Ich brauche Ausdauer, Kraft, Ballgefühl, Fitness und Genauigkeit, aber Koordination? Sicher wurde die nur erfunden, um Studenten damit an den Unis dieser Welt zu quälen.

- Diese nicht ganz ernst gemeinte Einführung soll Ihnen helfen, einmal zu reflektieren, wozu Koordination eigentlich wichtig ist. Koordination beeinflusst alles! Wussten Sie eigentlich, dass Koordination vor allem im Kindesalter hervorragend trainiert werden kann? Denken Sie bei Ihren Kindern daran.

 

Was ist eigentlich Koordination?

Koordination gehört zu der Gruppe der sportmotorischen Fähigkeiten. Sie beschreibt die Zusammenarbeit zwischen dem Zentralnervensystem und der Muskulatur.

Man unterscheidet zwischen inter- und intramuskulärer Koordination. Im ersten Fall geht es um das Zusammenspiel unterschiedlicher Muskeln, während zweiteres auf einen einzigen Muskel und das Zusammenwirken der Nerven und Muskelfasern untereinander abzielt.

Des Weiteren kann man die koordinativen Fähigkeiten in Reaktionsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit und Gleichgewichtsfähigkeit unterteilen. (Was ist Koordinationstraining?)

 

Koordinationstests

Die nachfolgenden Tests können Ihnen helfen, Ihre Koordination einzuschätzen und zu verbessern. Am Besten nutzen Sie alle Übungen als Wiederholungstest, das heißt Sie notieren sich Ihre ersten Ergebnisse und vergleichen sie zu einem späteren Zeitpunkt. Der Einfachheit halber sind alle Ergebnisse mit den Schulnoten von 1-5 versehen. Manche Tests erfodern eine 2. Person.

 

1. Einbeinstand

Stellen Sie sich barfuß auf einen festen Untergrund. Nehmen Sie die Hände in die Hüfte und beugen Sie Knie und Hüfte leicht. Jetzt heben Sie ein Bein ab. Der Test kann mit offenen oder geschlossenen Augen durchgeführt werden.

 

Auswertung in Sekunden Augen offen Augen geschlossen
1 60 30
2 45 25
3 30 20
4 15 15
5 <15 <15

 

2. Fall-Stab-Test

Setzen Sie sich auf einen Stuhl in Richtung Lehne und legen Sie die Hand auf die Lehne. Der Tester hält einen Fallstab, den Sie mit den Augen fixieren, so dass er sich in Ihrer leicht geöffneten Faust befindet. Nach dem Komando "Fertig" wird der Stab binnen 3 Sekunden fallgelassen und soll so schnell wie möglich von der Testperson gefangen werden. Es werden 3 Vesuche ausgeführt und anschließend ein Mittelwert gebildet.

 

Auswertung in Zentimeter:

Note Zentimeter
1 <14
2 14-18
3 19-22
4 23-28
5 >28

 

3. Wurf-Fang-Test

Sie stehen 3 Meter von einer Wand entfernt. In Ihrer Wurfhand befindet sich ein Tennisball. Werfen Sie diesen in etwa 2 Meter Höhe an die Wand und versuchen Sie, ihn wieder zu fangen. Während der Flugphase müssen Sie sich einmal um 360° um Ihre Längstachse drehen. Führen Sie 5 Versuche aus. Für einen gefangenen Ball erhalten Sie 2, für einen berührten Ball 1 Punkt.

 

Note Punkte
1 10
2 8-9
3 6-7
4 4-5
5 <4

 

4. Ziel-Hüpf-Test

Sie stehen an der Startlinie. In 5 Metern Entfernung ist ein Zielkreis mit 40 cm Durchmesser markiert. Schließen Sie die Augen und versuchen Sie, mit mindestens 4 Hüpfern in dem Kreis zu landen.

  
Note Abstand
1 im Kreis
2 Kreis berührt
3 max. 1 Fuß
4 max. 2 Fuß
5 >2 Fuß

 

5. Wiener Koordinationsparcours

Der WKP entstand in den 60er Jahren an der Universität Wien. Er besteht aus 8 Aufgaben, die von jedem Menschen in langsamen Tempo erfüllbar sind. Die Schwierigkeit steigt bei zunehmder Geschwindigkeit und so ergibt sich das auswertbare Ergebnis.

Ursprünglich richtet sich der Test an Kinder zwischen 11 und 21 Jahren. Der Test soll – wie der Name schon sagt - als Parcours ohne Unterbrechungen ausgeführt werden. Daher muss ein entsprechend großer Raum vorhanden sein. Auf Grund des benötigten Equipments bieten sich Turnhallen an. Der Test ist auch wegen der ursprünglichen Altersstruktur besonders gut im Schulsport einsetzbar.

 

Die Aufgaben:

1. Rolle rückwärts und Rolle vorwärts

2. Umsprung – 360° Drehung um die Körperlängstachse

3. Balancieren über eine umgedrehte Bank

4. Achterlauf um 2 Stangen, die mit einem Gummiband verbunden sind. Das Seil ist einmal zu unterlaufen und einmal zu überspringen.

5. Medizinball rollen – einen Medizinball im Slalom um 5 Kegel rollen und in einem Ring ablegen

6. Kreuzsprungkombination – mittels Klebeband werden 6 x 3 Kästchen aufgezeichnet. Die Testperson startet unten links und muss mit dem jeweils äußeren Bein in das gegenüberliegende Kästchen springen. Die Mitte darf dabei nicht berührt werden. So sind 8 Sprünge zu absolvieren. Erst zum Schluss landet man mit beiden Beinen im letzten mittleren Kasten.

7. Karreehüpfen – auf einem Bein muss ein mit Klebestreifen markiertes Quadrat 5-mal übersprungen werden; vorwärts, rückwärts, rechts, links und noch einmal vorwärts.

8. Barrenklettern – ein Stufenbarren muss quer überklettert werde, wobei der erste, niedrigere Holm untertaucht und der zweite, höhere Holm überklettert werden soll.

 

Die Zeit wird in ganzen Sekunden gemessen. Bei Fehlern muss die Aufgabe wiederholt werden. Der Test gilt als bestanden, wenn er in mindestens 35 (Männer) bzw. 38 Sekunden (Frauen) beendet wird.

 

Marcel Kremer

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