Hintergrund

Wie werde ich Fitnessmodel: Material und Agenturen

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Wer Model im Bereich Sport und Fitness werden will, muss sich mit Material und Agenturen auskennen.

Im ersten Teil dieses Artikels haben wir damit begonnen, die Vorabbedingungen für den Start ins Sportmodelbuisness zu definieren. Genau an dieser Stelle wollen wir nun ansetzen.

Lesen Sie auch: Wie werde ich „Fitnessmodel“ (Teil 1) 

Weitere Bildmöglichkeiten

Weiterhin können Sie kostenlos Bilder von Nachwuchsfotografen erstellen lassen. Diese Fotografen verfügen zumeist über angemessenes Equipment und Know-how, sodass dies eine optimale Möglichkeit darstellt, erstes Fotomaterial von Ihnen zu generieren. Sie erhalten die Bilder kostenlos und der Fotograf wirbt für sich mit Ihnen als Modelreferenz. Achten Sie auch hier darauf, dass die Bilder Ihren Ansprüchen genügen. Wenn Sie weiblich sind, nehmen Sie einen Partner, Freund usw. mit zum Shooting, damit Sie sich wohler fühlen, die Atmosphäre nicht sexuell wird bzw. Sie nicht zu Dingen überredet werden, die Sie später vielleicht bereuen könnten.

Videomaterial

Im Fitness- und Sportbereich benötigen Sie Videos, die Sie bei der Ausführung Ihrer Sportarten zeigen! Dies ist Vorabbedingung, wenn es dem Kunden sehr wichtig ist, eine technisch optimale Präsentation zu erhalten. Es muss sich nicht um die beste Videoqualität handeln, jedoch sollten Sie selbst sowie Ihre Sporttechnik vernünftig erkennbar sein. Mit steigender Videoqualität steigt zudem Ihre Buchungswahrscheinlichkeit.

 

Die Wahl einer seriöser Agentur

Provision

Natürlich werden Sie bei einer seriösen Agentur nichts bezahlen müssen außer einer Auftragsprovision, wenn Sie gebucht werden. 20 % sind Standard. Die Agentur wird zudem kostenlos Bildmaterial von Ihnen anfertigen, damit Sie in der Kartei nach den Wünschen der Agentur auffindbar sind und eine einheitliche Präsentation der Models erfolgen kann. Eine leicht im Internet zu findende Agentur fordert 50 Euro Sicherheitsgebühr, um sich vor Fakemodels zu schützen, die ggf. Aufträge erhalten und diese dann möglicherweise nicht erfüllen können. Die Gebühr fällt an, wenn das Model nicht bereit ist, die Agentur persönlich zu besuchen. Kommt das Model persönlich in die Agentur, entfällt die Gebühr – aus meiner Sicht absolut nachvollziehbar und akzeptabel. Wenn Sie die Agentur nicht besuchen wollen, warum wollen Sie dann Model werden?

Agenturzugehörigkeiten

Aus meiner Sicht ist es absolut unseriös, wenn eine Agentur von Ihnen fordert, dass Sie nur bei dieser einen Agentur gemeldet sein dürfen. Warum sollten Sie Ihre Verdienstmöglichkeiten limitieren und warum sollte die Agentur das von Ihnen fordern? Eine gängige Begründung ist beispielsweise, dass es die Kunden nerven würde, wenn diese das gleiche Model von verschiedenen Agenturen präsentiert bekommen. Das halte ich für völlig daneben, wird dadurch doch höchstens gezeigt, dass sogar verschiedene Agenturen der Meinung sind, das Model sei für den Job geeignet. Dies erleichtert dem Kunden letztlich sogar die Auswahl und steigert den Bekanntheitsgrad von Model und Agentur. Viele bekannte Models sind in verschiedenen Karteien registriert. Die Agentur muss schließlich dankbar dafür sein, gutes Material zur Verfügung gestellt zu bekommen, sonst gibt es keinen Verdienst! Akzeptabel für mich ist hingegen, dass die Agentur von Ihnen fordert, dass Sie im Umkreis von beispielsweise 50 Kilometern nur bei dieser Agentur sind. Aber auch das lohnt sich für Sie nur dann, wenn es im gleichen Einzugsgebiet nicht mehrere andere Agenturen gibt, die dies genau nicht von Ihnen fordern.

Online-Agenturen

Was ist von reinen Onlineagenturen zu halten? Ganz, ganz vielleicht bekommen Sie einen Job über eine solche Agentur, wenn Sie über Top-Referenzen und klasse Bildmaterial verfügen. Wahrscheinlich ist das allerdings nicht. Aufgrund der unprofessionellen Darstellung auf entsprechenden Angebotseiten mit seitenweise ungeeigneten Privathandybildern, fehlenden Datenangaben und dem nicht vorhandenen persönlichen Draht zur Agentur etc., werden Sie nur schwer einen Agenturkunden finden, der Lust und Zeit hat, zunächst unbrauchbares Bildmaterial auszuschließen, um im Anschluss daran nochmals passende Modelle zu selektieren, nur um dann möglicherweise auf einen Fake zu stoßen. Bei einer seriösen Agentur müssen Sie persönlich erscheinen, damit die Agentur sich einen Eindruck von Ihrem Potenzial machen kann. Suchen Sie sich möglichst viele Agenturen im Internet heraus und bewerben Sie sich nicht nur bei einer einzigen. Die Agenturen suchen oft spezifische Typen, die die Unternehmensphilosophie repräsentieren, sodass Sie mit einer hohen Absagequote rechnen müssen, wenn Sie nicht ins jeweilige Schema passen. Das ist nichts Schlechtes und bewahrt Sie nur davor, sich ungerechtfertigt Auftragschancen auszurechnen.

Unseriöse Agenturen

Achten Sie genau auf die Internetpräsentation Ihrer künftigen Agentur. Ist die Seite professionell? Sehen die Models tatsächlich so aus, als ob es sich wirklich um Sportmodels handelt? Stellt die Seite Referenzbilder von Kundenaufträgen zur Verfügung? Stimmt die Bildqualität und, nicht zuletzt, wird die Arbeitsweise der Agentur seriös dargestellt? Wenn eine Agentur behauptet, Sie sei eine seriöse Sportmodelagentur und dann im Newsletter nackte „Sportmodels“ präsentiert, bei denen alles zu sehen ist, kann es sich dann wirklich um eine erstrebenswerte Anlaufstelle für Sie handeln?

Verdiensteinschätzungen

In Deutschland gibt es nur wenige Sportmodels, die es schaffen, von ihren Aufträgen tatsächlich zu leben. Eine seriöse Agentur wird Ihnen Ihre Chancen realistisch darstellen. Bei einer mir bekannten Agentur mit 1500 Models bekommen 10 % einmalig einen Job und nur eine Hand voll bekommt regelmäßig Jobs. Erinnern Sie sich noch an die Forderung mancher Agenturen, nur einer Agentur angehörig zu sein? Berücksichtigt man die geringe Zahl individuell passender Kundenaufträge an Sie, ergibt diese Forderung noch weniger Sinn. Entsprechend sollten Sie zwar engagiert, jedoch nicht mit unerfüllbaren Erwartungen ausgestattet, ihr Startup durchführen. Sehen Sie erhaltene Jobs als Bonuseinkommen zu Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit und freuen Sie sich über tolle Bilder, die anderweitig für Sie nicht erreichbar gewesen wären. Die Jobs werden in der Regel gut bezahlt. Neben den Schnappschüssen, die Sie wiederum als Referenz für Ihre Karte nutzen können, erhalten Sie bei einem preislich nicht so attraktiven Shooting vielleicht 200 €, während größere Kunden schon einmal 1000 bis 2500 € zahlen. Wenn Sie kleinere Jobs angeboten bekommen, sollten Sie auch diese nutzen, um dem Fotografen sowie dem Kunden im Gedächtnis zu bleiben, sowie um weiterhin Aufträge durch die Agentur zu erhalten und die Möglichkeit auf tolles Bildmaterial nicht verstreichen zu lassen.

 

Denis Tengler

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