Hintergrund

Wie werde ich Fitness Model?

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Sie wollen Sportmodel oder Fitnessmodel werden und wissen nicht, wie?

Dieser Artikel soll Sie dabei unterstützen, Ihre Pläne im Modelbereich realistisch einzuschätzen und Ihnen einen Leitfaden präsentieren, der Ihnen ein professionelles Vorgehen auf dem Weg zum Fitnessmodel oder Sportmodel ermöglicht.

In Deutschland sprechen wir übrigens eher nicht vom Fitnessmodel. Vielmehr sprechen wir vom Sportmodel. Fitnessmodel ist eher ein Begriff, der im amerikanischen Raum Verwendung findet. 

Persönliche Voraussetzungen

Im Sportbereich werden auftragspezifisch spezielle Typen gesucht. Dies hat nur wenig mit dem klassischen Modeling zu tun. Die Auswahl erfolgt nach verschiedenen Kriterien: 

Sportart

In der Regel werden im Sportbereich solche Sportler ausgewählt, die dazu in der Lage sind, Ihre Sportart technisch auf angemessenem Niveau zu präsentieren. Entsprechend steigen Ihre Buchungsmöglichkeiten an, wenn Sie mehrere Sportarten auf entsprechendem Leistungsstand beherrschen. Diese Bedingung ist nicht obligatorisch, wenn Ihr Typ absolut zum Auftrag passt und es sich um eine Sportart handelt, bei der nur Profisportler erkennen können, dass die technische Präsentation auf dem Foto nicht optimal stattfindet. Um das Wandern optimal präsentieren zu können, müssen Sie nicht unbedingt Bergsteiger sein. Um die Laufsportarten präsentieren zu können, kommt es mehr auf den Laufstil an, als auf Ihren tatsächlichen Bezug zur Sportart. Wenn Sie jedoch einen Auftrag in Sportarten mit hohen Ansprüchen an Ihre Fertig- und Fähigkeiten (Turnen, Ballett, Kampfkünste…) erfüllen wollen, kommen Sie um entsprechende Voraussetzungen nicht herum. Wollen Sie Krafttraining präsentieren, müssen Sie hervorstechend muskulös und/oder besonders definiert sein, um eine realistische Chance auf Aufträge zu haben. 

Persönlicher Typ

Wie weiter oben bereits genannt, muss Ihr Typ zum Auftrag passen. Dazu benötigen Sie kein klassisches Modelgesicht, viel mehr geht es darum, den Bedarf des Kunden zu erfüllen. Denn der Kunde wünscht sich möglicherweise langes Haar mit Bart oder kurzes Haar ohne Bart in Verbindung mit dem jeweils sportlichen Auftragshintergrund. Ihre Frisur, Ihre Haare, Ihre Augenbrauen sollten mit den Konturen Ihres Gesichtes zusammenpassen, dies ist von besonderer Wichtigkeit. Wenn Sie zu freundlich aussehen und der Auftrag eher hart dargestellt werden soll, benötigen Sie vielleicht einen Bart. Sie sehen also, dass es vor allem auf Ihre natürliche Ausstrahlung ankommt und weniger auf die klassischen Voraussetzungen, die Sie im normalen Modelbereich (Fashion) erfüllen müssen. Wenn Sie jedoch ein ganz spezieller Gesichtstyp sind, sollten Sie sich zusätzlich bei sogenannten Castingagenturen bewerben, wo es weniger auf die körperliche Erscheinung als auf ein dem Auftrag entsprechendes Gesicht mit Erinnerungswert ankommt.

(Letzte Problemzönchen? Kleine aber effektive Tipps für Sixpack und Bikinifigur)

  

Finanzielle Investitionen

Wenn Sie nicht bereit sind, ein gewisses Maß an Liquidität in Ihre Karriere zu investieren, können Sie Ihre Pläne gleich begraben. Anfallende Kosten entstehen unter anderem wie folgt:

Gewerbeschein

Um als Model arbeiten zu dürfen, benötigen Sie obligatorisch einen Gewerbeschein. Dieser kostet zwischen 10 und 25 Euro. Ausgestellt wird er vom Bürgerbüro Ihrer zuständigen Behörde. Für gewöhnlich werden Sie im Kleingewerbe starten, wo Sie jährlich bis zu 17.500 € umsatzsteuerfrei hinzuverdienen dürfen. In Ihrer Jahressteuererklärung werden Sie dann das Formular „EÜR“ (Einnahmeüberschussrechnung) zusätzlich ausfüllen müssen, in dem Sie Ihre Kosten gegenüber Ihren Einnahmen aufstellen. Verdienen Sie dauerhaft mehr als die genannte Summe, fällt Umsatzsteuer an. Die Agenturen werden Sie ohne Gewerbeschein mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht arbeiten lassen, weil die durch Sie ausgeführte Tätigkeit den Tatbestand der Schwarzarbeit erfüllen würde. Wenn Sie ansonsten nicht in Festanstellung arbeiten, müssen Sie sich zusätzlich privat oder freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichern.

Fotomaterial

Um sich bei Agenturen vorstellen zu können, benötigen Sie vernünftige Bilder. Wenn Sie glauben, ein Handyfoto wäre dazu in der Lage, Sie angemessen beim Kunden darzustellen, kann ich Ihnen sagen: So bekommen Sie nie einen Job! Die Bilder, die Sie benötigen, sollten klassische Fotoaufnahmen sein: Portrait, Ganzkörper mit Kleidung, und Ganzkörper in Unterwäsche. Außerdem benötigen Sie Bilder, die Sie bei der Ausführung Ihrer Sportarten zeigen.

Dies ist besonders wichtig, damit zuerst die Agentur und im Folgenden der Kunde erkennen kann, ob Sie dazu in der Lage sind, die Sportart nicht nur auftragspezifisch durchzuführen, sondern vor allem auch über eine ausreichende Kontrolle über Ihr Gesicht verfügen, sodass eine ästhetische Präsentation realisierbar erscheint. Dies können Sie genauso trainieren, wie Ihre sportlichen Fähigkeiten.

Während die Sportbilder sich mit einer halbwegs akzeptablen Digitalkamera auch privat erstellen lassen, müssen die klassischen Fotos höheren Ansprüchen genügen. Sie können dazu ein Fotostudio beauftragen. Aber wählen Sie sorgfältig aus – aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass es ein teurer Spaß wird, wenn Sie sich zur Abnahme von Bildern verpflichten, bzw. eine hohe Grundgebühr zahlen müssen, und der Fotograf dann Ihre Wünsche überhaupt nicht umsetzen kann, weil Ihm die Kompetenz im geforderten Bereich fehlt. Achten Sie sorgfältig auf die im Studio ausgestellten Bilder, bzw. die Beispielmappen. Empfinden Sie die Bilder als nicht ansprechend oder erscheinen alle Bilder irgendwie zu amateurhaft, dann sollten Sie nicht in erster Linie die Privatpersonen, die auf den Bildern zu sehen sind, dafür verantwortlich machen, sondern sich fragen, warum der Fotograf es 1) nicht geschafft hat, die Kunden angemessen zu instruieren und es 2) nötig hat, entsprechend minderwertiges Bildmaterial auszustellen. Dies spart Ihnen eine Menge Geld, Zeit und Nerven.

Hier gelangt ihr zum zweiten Teil von "Wie werde ich Fitnessmodel"!

Denis Tengler

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