Sportmesse FIBO 2013

FIBO 2013: Impressionen aus den Kölner Messehallen

Die FIBO ist die weltweit größte Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit und fand vom 11. bis 14. April 2013 erstmals in Köln statt. Ramy Azrak war für trainingsworld vor Ort und berichtet von seinen Eindrücken.

Trainings-Hightech

In 9 Messehallen präsentierten sich dieses Jahr mehr als 650 Aussteller aus 38 Ländern den insgesamt über 80.000 Besuchern. Das Angebot an Fitnessgeräten war wieder überwältigend und erschlug einen regelgerecht.

Beim Gerätehersteller eGYM kann der Kunde individuell sein Trainingsziel bestimmen

Was mir besonders auffiel, ist der immer größer werdende Einzug von Hightech in die Fitnesswelt. Insbesondere die Großgerätehersteller integrieren modernste Technik, die das Training für den Kunden so bequem und einfach wie möglich machen soll. Ein Trainingsplan auf Papier niedergeschrieben, ist für die meisten Anbieter nur noch Nostalgie. Der Hersteller eGym beispielsweise hat in all seine Geräte ein Touchdisplay mit einem Lesegerät integriert. Dem angemeldeten Mitglied wird automatisch und individuell das Gerät und Gewicht eingestellt. Auf dem Display wird eine Trainingskurve mit konzentrischer, exzentrischer und isometrischer Phase vorgegeben. Zusätzlich wird das Gewicht bei nachlassender Kraft während eines Satzes automatisch in Millisekunden angepasst. Alle Daten werden auf einer Cloud gespeichert. (Lesen sie auch: Mit der App erfolgreich trainieren!)

 

Biometrische Anpassung

Ein grader Rücken kann entzücken: Die Firma Hoist nutzt die Biomechanik für ein rückenschonendes Training

Gerätetraining ohne Hightech-Displays, dafür mit Hightech-Biomechanik bietet die Firma Hoist. Bei dem Geräteanbieter ist die Unique Selling Proposition nicht die Elektronik, sondern die optimale biomechanische Anpassung des Körpers an das Gerät. Das Training an einer herkömmlichen Schulterpresse kann bei einem Rückenpatienten Schmerzen auslösen. Das Konzept der Firma Hoist und auch einiger anderer Hersteller basiert vordergründig auf einem rückenschonenden Training. Bei der Überwindung des Gewichts durch die Armstreckung (Druckbewegung überkopf) bewegt sich auch der Sitz nach oben. In der Rückführungsphase positioniert sich der Sitz wieder in Richtung der Ausgangsposition zurück. Hierdurch bleibt der Rücken an der Lehne fixiert und das entlastet die Wirbelsäule.

 

Trend Vibrationstraining

Auch Strom und Vibration gehören mittlerweile nicht nur bei der FIBO, sondern auch in den meisten Fitnessstudios, zu den Standards. Es eignet sich besonders für Personen, die wenig Motivation für das Training haben, aber selbst Hochleistungssportler können durch den zusätzlichen Stimulus ihre Leistung verbessern. Die Firma Miha Bodytec bietet schon seit einigen Jahren die Möglichkeit eines Elektro-Muskel-Stimulationstraining, das sowohl für Anfänger als auch für Leistungssportler geeignet ist: Weste anziehen und Muskelkater abholen und das in weniger als 20 Minuten.

Das Power Board der Marke Casada verbessert die Koordination und erhöht dei Muskelleistung

Die Firma Casada verspricht ihren Kunden durch das Training auf dem Power Board u. a. eine erhöhte Muskelleistung und ein stärkeres Bindegewebe. Das Training aus der Steckdose verbessert außerdem die Koordination und ähnelt dem Training auf der Powerplate mit dem Unterschied, dass die Vibration beim Power Board horizontal und nicht vertikal ausgerichtet ist.

Genauso wie in anderen Branchen wird aber auch im Fitnessmarkt das Rad nicht immer wieder neu erfunden. Wer den Strom lieber zur Relaxation nutzen möchte, der kann sich für den Hausgebrauch das praktische und flexible Miniwell Massagegerät zulegen, das die Muskulatur durchblutet und detonisiert.

 

Training in der Gruppe

Weltpremiere: Das Omnia der Marke TechnoGym

Wer keine Lust hat, sich alleine zu quälen, der kann sich auch von einem Boot Camp-Instructor anschreien lassen. Neben dem technischen Einzug in die Fitnesswelt ist auch das Gruppentraining ein fester Bestandteil des Fitnessmarktes. Outdoor-Training, Functional Training, Yoga, Pilates, Zumba und Cycling sind nur einige typische Sportarten, die den meisten Leuten in der Gruppe mehr Spaß machen als alleine. Der Anbieter TechnoGym bedient auch dieses Bedürfnis seiner Kundschaft und hat zu diesem Zweck ein neues Functional Training-Terminal entwickelt, bei dem an den verschiedenen Stationen vor allem an der Rumpfkraft und –stabilität gearbeitet werden kann. Zug-, Druck- und Rotationsbewegungen an Seilzug, Slingtrainer, Langhantelstange oder Boxsack ermöglichen ein intensives Zirkeltraining mit besonders großem Spaßfaktor.

 

Abwechslung zum Ausdauertraining

Für Ausdauerfans bietet der Octane LateralX Elliptical eine Abwechslung zum stupiden Ausdauerstraining. Der LateralX ist eine Erweiterung des klassischen Crosstrainers. Der Trainierende kann sich auf dem Gerät in mehrere Richtungen bewegen: nach oben, nach unten, nach vorne, nach hinten und zur Seite. Das Trainingsgerät ermöglicht zyklische Bewegungen in allen Ebenen des Raumes. Der Reiz auf die Muskulatur ist durch die verschiedenen Möglichkeiten vom vertikalen Step bis hin zur lateralen Bewegung deutlich intensiver zu spüren.

 

Fazit

Das offensichtlich größte Wachstumspotential hat das Functional Training. Immer mehr Kleingeräte überfluten den Fitnessmarkt. Für den Verbraucher wird es immer schwieriger, festzustellen, ob ein Trainingstool überhaupt die Trainingswirkung hat, die der Hersteller verspricht. Häufig gibt es durch die immer kürzer werdenden Innovationszyklen keine langfristigen, geschweige denn wissenschaftlichen, Untersuchungen.

Wer gegenüber den zahlreichen Neu- und Weiterentwicklungen auf der FIBO nicht wirklich aufgeschlossen ist, der kann die guten alten Stahlhanteln aus dem Keller oder der Abstellkammer packen, ein Hantel-Workout absolvieren, Bauch- und Rückenübungen auf der Matte durchführen und abschließend ein paar Runden um den Häuserblock drehen.

 

Ramy Azrak

Rubriklistenbild: © Ramy Azrak - trainingsworld.com

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