Trainerlegende

Emil Beck - die Koryphäe im deutschen Fechtsport

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Alles über die Fechtsport Trainerlegende Emil Beck

Wer die kleine Stadt Tauberbischofsheim kennt, verbindet damit nicht nur das Fechtzentrum und den Olympiastützpunkt, der am 22. September 1986 gegründet wurde, sondern auch den Namen Emil Beck, der durch seine neue Fechtschule die Kleinstadt mit Beginn der 70er Jahre weltbekannt machte.

Emil Beck wurde am 20. Juli 1935 in Tauberbischofsheim geboren. Der gelernte Friseur begann Mitte der 1950er Jahre – durch einen Kinofilm, in dem Fechtszenen zu sehen waren – den Fechtsport für sich zu entdecken. Mit großer Leidenschaft für diesen Sport und neuen trainingsmethodischen Ansätzen im Fechtsport schuf er das weltbekannte Fechtleistungszentrum, welches zur olympischen „Goldschmiede“ wurde. Dabei bildeten die „Tauberbischofsheimer Fechtlektionen“, das Fundament seines Ausbildungssystems.

Fechtgrößen wie Matthias Behr, Alexander Pusch und Anja Fichtel wurden mit den „Tauberbischofsheimer Fechtlektionen“ trainiert und errangen Europa-, Weltcup- und Olympiasiege. Insbesondere die Olympiasiege bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul der Florett-Damen-Einzel (Anja Fichtel, Sabine Bau, Zita Funkenhauser) mit Gold, Silber und Bronze sowie Gold mit der Mannschaft, bildeten den Höhepunkt des ehrgeizigen Trainers. (Einführung in das Fechten - Fechtsportwaffen) Seine phänomenale Erfolgsstatistik beinhaltet nicht nur die oben genannten Siege; innerhalb von 20 Jahren errangen seine Fechter „18 olympische Medaillen, 74 bei Welt- und 28 bei Europameisterschaften, 34 Europa- und 129 Weltcupsiege sowie der Gewinn von 399 deutschen Meistertiteln."(1)

Emil Beck schaffte es durch seine Erfolge bzw. die seiner Schüler internationale Anerkennung und Nachahmung zu finden.(2) Wegen seines Bekanntheitsgrades, der sensationellen Erfolge und der Öffentlichkeitsarbeit, die „auch Trommel des Fechtsports“ ist, konnte Beck Kontakte zu Medien, Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Kultur aufbauen.(2) Er schaffte es, ein „Sportunternehmen“ aufzubauen, das zu dieser Zeit einmalig war. „Als allerorten noch von Amateuren die Rede war, hielt Beck für seine Zöglinge bei der werbenden Wirtschaft die Hand auf.“(5)

Doch nach dem Bekanntwerden erster Vorwürfe 1999 und seinem Rücktritt als Bundestrainer und Leiter des Olympiastützpunkts wurde es still um Beck.(3) Nach Streitigkeiten im Tauberbischofsheimer Olympiastützpunkt trat Emil Beck als Bundestrainer und Cheftrainer zurück. Seine Karriere als erfolgreichster Trainer endete unschön. Wegen des Verdachts der Untreue und der Urkundenunterdrückung musste er sich vor dem Landgericht (Mannheim) verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf Beck unter anderem die Veruntreuung von Geldern vor. Der Prozess dauerte über 5 Jahre und veränderte das Leben Emil Becks maßgeblich. „Nachdem Behr und Pusch sich als Angestellte im Leistungszentrum im Sommer 1999 erstmals öffentlich gegen ihren ehemaligen Trainer gestellt hatten, meldeten sich nach und nach immer mehr Kritiker Becks zu Wort.“(4)

Beck zog sich zurück, war enttäuscht, dass „sein Lebenswerk zerstört wurde und betrat nie wieder das Fechtzentrum“.(4) Er suchte sich neue Herausforderungen; unter anderem sei hier sein Golf-Projekt Aspach (Golfclub Kaiserhöhe) genannt, wo er Investoren fand, die ihm in seinem Vorhaben unterstützten; allerdings scheiterte das Projekt. Am 12. März 2006 verstarb Emil Beck plötzlich und unerwartet an Herzversagen.

 

Caroline Trautmann

 

Quellenangaben:

1. http://www.fechten.org

2. Barth, B., Beck, E. (2000), Fechttraining, Meyer & Meyer Verlag: Aachen

3. http://www.netzeitung.de

4. http://www.faz.net

5. http://www.spiegel.de

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