Bewegungs- und Aufwärmspiele, Teil 1

Aufwärmen in Training und Unterricht

+
Welche Bedeutung hat das Aufwärmtraining für Kinder und Jugendliche und wie kann man es motivierend gestalten?

Viele Sportlehrer oder auch Trainer lassen ihre Schüler einlaufen um sich aufzuwärmen. Diese Maßnahme dient zwar dem allgemeinen Aufwärmen und soll die großen Muskelgruppen erwärmen, aber sie wird oft von Schülern/Sportlern als ungeliebter und lästiger Auftakt der Trainingsstunde empfunden.

Wir stellen uns die Frage: Wie kann ein Aufwärmtraining motivierend gestaltet werden?

Gerade im Kindes- und Jugendalter sollten Trainer/ Lehrer (auch im Fechten) die Vielfalt von Aufwärmübungen nutzen und die Option von Aufwärmspielen in das Training integrieren. Ziele des Aufwärmens sind dabei nicht nur physiologische, sondern auch psychische und soziale Aspekte. Kinder im Vorschulalter und in der vorpuberalen Phase haben „einen hochgradigen Bewegungs- und Spieldrang und eine hohe affektive Lernbereitschaft, wo vielfältige, elementare Bewegungen wie Laufen, Hüpfen, Balancieren, Kriechen, Klettern, Werfen, Fangen geschult werden.“(5) Diese elementaren Bewegungen sollten Bestandteil von Trainingsstunden sein, wobei eine „Grobform“ von fechtspezifischen Bewegungen und Fechtaktionen erlernt werden soll.

 

Bedeutung des Aufwärmens

Das Aufwärmen gehört zu den grundlegenden Eigenschaften des Sportunterrichts, dabei wird zwischen dem allgemeinen und speziellen Aufwärmen unterschieden. „Beim allgemeinen Aufwärmen sollen die funktionellen Möglichkeiten des Organismus insgesamt auf ein höheres Niveau gebracht werden […]. Beim speziellen Aufwärmen hingegen erfolgt das Aufwärmen disziplinspezifisch, d. h. es werden solche Bewegungen ausgeführt, die der Erwärmung derjenigen Muskeln dienen, die im direkten Zusammenhang mit der jeweiligen Sportart stehen.“(1) Im Mittelpunkt des Aufwärmtrainings stehen physiologische Reaktionen wie z. B. die Erhöhung der Muskelelastizität, eine verbesserte Beweglichkeit, die Erhöhung der Körpertemperatur, eine Vergrößerung des Schlag- und Minutenvolumens, eine verstärkte Lungenventilation, Veränderung der Muskeltemperatur sowie die Vorbereitung des kardiopulmonalen Systems auf Leistung. Weitere Wirkungen des Aufwärmens beziehen sich auf die motorische und psychische Einstimmungen sowie auf die Reduzierung von Verletzungen. Insgesamt sollte der Trainer/Lehrer einige Punkte beachten, um ein effektives Warm-up zu gestalten:

1. Dauer und Belastung des Aufwärmtrainings planen

2. Koordination einbeziehen

3. Einbeziehung aller Schüler in das Spiel

4. evtl. Spiele in Kleingruppen (um die Intensität zu minimieren)

5. auf die individuelle Dosierung achten

 

„Im Kinder- und Jugendtraining bietet sich in der Warm-up Phase Bewegungsspiele (z. B. Fangspiele) an, weil sie zu Beginn der Stunde ein Grundgerüst für eine positive Lernatmosphäre in der bevorstehenden Trainingseinheit sein können.“(5) Zu beachten sind bei Bewegungsspielen einfache Regeln, so dass der Spielfluss kaum unterbrochen wird, sowie die Einbindung in das Spiel mit allen Schülern.

 

Caroline Trautmann

 

Quellenangaben (für die komplette Artikelreihe):

1. Weineck, J. (2004), Optimales Training

2. Moosmann, K. (2010), Kleine Aufwärmspiele, 8. Auflage, Limpert Verlag GmbH: Wiebeslheim

3. Moosmann, K. (2010), Erfolgreiche Koordinationsspiele: 178 Übungsformen für Schule und Verein, Limpert Verlag GmbH: Wiebeslheim

4. Freiwald, J. (1996), Aufwärmen im Sport, rororo:

5. Molter, P. (2006), Erlebniswelt Fechten, Spie-l und Übungsformen für das Kinder- und Jugendtraining, Buch & media GmbH: München

6. http://sportunterricht.de

7. http://www.die-schnelle-sportstunde.de

Auch interessant

Kommentare