Fandel wehrt sich gegen "Generalverdacht"

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Fandel wehrt sich gegen einen Generalverdacht

Frankfurt am Main - Herbert Fandel hofft auf eine "schnelle Aufklärung" der Schiedsrichter-Steueraffäre, wehrt sich aber gleichzeitig gegen einen "Generalverdacht" gegen die deutschen Referees.

Frankfurt/Main (SID) - Herbert Fandel hofft auf eine "schnelle Aufklärung" der Schiedsrichter-Steueraffäre, wehrt sich aber gleichzeitig gegen einen "Generalverdacht" gegen die deutschen Referees. "Wenn ich all dem glauben würde, was derzeit in der Öffentlichkeit kommuniziert wird, dann müssten mir schon die Haare zu Berge stehen. Auch wenn bei den Steuerabgaben möglicherweise nicht alles in Ordnung ist, schadet ein Generalverdacht dem gesamten deutschen Fußball", sagte der DFB-Schiedsrichter-Boss nach dem Krisengipfel in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitag in Frankfurt/Main.

Insgesamt stehen 21 deutsche Schiedsrichter unter Verdacht, Steuern nicht ordnungsgemäß abgeführt zu haben. Zum Gespräch mit DFB-Präsident Theo Zwanziger am Freitag erschienen immerhin 35 der 41 Erst- und Zweitliga-Schiedsrichter. Unter anderem sollen sich deutsche Unparteiische FIFA- und UEFA-Honorare auf ausländische Konten in Liechtenstein und der Schweiz überweisen lassen haben. Dennoch betonte Fandel: "Wir dürfen uns nicht von der Hektik treiben lassen. Wir wollen keine Gerüchte in die Welt setzen, wir müssen Fakten schaffen. Es liegt in unserem Interesse, die offenen Fragen zügig aufzuklären. Wir werden die Namen der betroffenen Schiedsrichter in aller Ruhe aufarbeiten."

Eine Schutzsperre für die unter Verdacht stehenden Referees soll es nicht geben. Vielmehr erwartet Fandel, dass sich die betroffenen Schiedsrichter selbst beim unabhängigen Ombudsmann Rainer Domberg melden, falls der Druck in der Steueraffäre zu groß wird. "Zunächst ist das eine private Angelegenheit. Der mediale Druck ist ohnehin nicht angemessen. Wir können den Schiedsrichtern nur anbieten, dass sie sich selbst von dem öffentlichen Druck entbinden können, wenn sie vorerst keine Spiele leiten möchten", sagte Fandel.

Aktuell scheint sich die Steueraffäre um DFB-Schiedsrichter allerdings auszuweiten. Wie die Stuttgarter Nachrichten am Freitag berichteten, sei bei der Staatsanwaltschaft eine weitere Anzeige eingegangen. Dabei seien drei Schiedsrichter beschuldigt worden. Zwei der Unparteiischen stammen demnach aus Stuttgart, einer aus dem Filderraum.

Die Anzeige, die von der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigt wurde, steht allerdings offenbar nicht im Zusammenhang mit Manfred Amerell. Der ehemalige DFB-Schiedsrichter-Obmann gilt als Auslöser für die bereits erfolgten Ermittlungen der Steuerfahndung gegen 21 Referees.

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