Extrem- und Funsportarten

Trendsportart Speedminton

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Speedminton ist einfach zu lernen, benötigt nur minimales Equipment und bietet dennoch eine sportliche Herausforderung.

Ob in der Halle oder unter freiem Himmel, Speedminton bietet Ihnen eine sportliche Alternative zu klassischem Federball.

Speedminton ist angenehm einfach zu lernen, benötigt nur minimales Equipment und bietet dennoch eine sportliche Herausforderung mit Ausdaueraspekten, koordinativem Anspruch und Reaktionsschulung. Da weniger die reine Kraft im Vordergrund steht, können Männer und Frauen es auf hohen Niveau gemeinsam gegeneinander ausüben. Das Rückschlagspiel ist des Weiteren für Jung wie Alt geeignet.

Einen kleinen Popularitätsschub konnte diese Sportart erlangen, als der Fernsehmoderator Stefan Raab es in seiner Abendshow „Schlag den Raab“ spielte.

 

Geschichte

Die ursprüngliche Idee dieses recht neuen Sports von 2001 entstand aus dem Wunsch heraus, Badminton auch draußen spielen zu können. Der Berliner Bill Brandes entwickelte die ersten Speeder und macht sich Gedanken über die Regeln. Die zu diesem Zweck gegründete Firma Speedminton vollendete diese Konzepte. Aus der anfangs erdachten Badminton-Variante wuchs so eine eigenständige Sportart.

Nach genau 10 Jahren fand im August 2011 die erste Weltmeisterschaft im Speedminton statt. Neue Vereine schießen weltweit aus dem Boden und in manchen Ländern bestehen bereits Verbände – zum Beispiel in Deutschland (DSBV) und der Schweiz (SSB).

 

Zielgruppe

Wie bereits erwähnt ist Speedminton für Jedermann eine Option. Es kann von Freizeitsportlern ebenso wie von ambitionierten Wettkampfathleten aller Altersklassen genutzt werden. Federball, Badminton, Squash oder Tennis sind als benachbarte Sportarten besonders geeignet, neue Interessenten zu rekrutieren. Es lässt sich aber auch besonders gut in den Sportunterricht weiterführender Schulen integrieren. Zwar gibt es keine Altersvorgabe, aber für einen reibungslosen Spielablauf sollten gewisse koordinative Fähigkeiten erlangt worden und eine ausreichende Körperkraft vorhanden sein, so dass ein Einstieg ab dem Alter von ca. 10 Jahren als sinnvoll anzusehen ist. Federball kann in den Jahren davor hervorragend als Grundlage der Technik genutzt werden. Zur Ergänzung des Auf- oder Abwärmens bietet es sich ebenfalls an, was nicht zuletzt auf die einfache und schnelle Vorbereitung zurückzuführen ist.

 

Ausrüstung

Zum Spielen braucht man nicht viel mehr als ein typisches Federball-Set, bestehend aus zwei Schlägern und einem Ball. Praktischerweise wird kein Netz benötigt. Stattdessen markiert man zwei Quadrate auf dem Boden. Genügend Raum sollten die meisten Turnhallen und Sportplätze bieten. Selbstverständlich gibt es auch eine offizielle Speedminton-Ausrüstung. Die Schläger erinnern etwas mehr an Squash-Schläger und die Bälle sind etwas schwerer, was das Spiel noch schneller macht. Auch für die Spielfeldbegrenzung können speziell angefertigte Markierungen erstanden werden.

 

Regeln

Gespielt wird auf 2 Quadraten, auch Squares genannt, die eine Seitenlänge von 5,5 Metern haben und 12,8 Metern auseinanderliegen. Bei Kindern unter 14 Jahren verringert sich der Abstand auf 8,8 Meter.

Der Aufschlag wird zu Beginn per Zufall bestimmt und wechselt danach alle 3 Punkte. Aufgeschlagen wird immer von unten und aus der hinteren Hälfte des Spielfelds. Als Punkt wird gewertet, wenn der Ball den Boden berührt, vom Gegner zweimal nacheinander berührt wird, im Aus landet oder den Körper berührt. Die Linien, welche das Spielfeld markieren, gehören hierbei mit zum Spielfeld. Sprich, der Speeder muss im vollem Umfang über der Linie sein, um als „Aus“ gewertet zu werden. Nach jedem Satz werden die Seiten gewechselt und der Verlierer des letzten Satzes erhält das Recht des ersten Aufschlags.

Ein Match wird im Best of 5-Modus gespielt, wobei ein Spiel gewonnen ist, wenn man 16 Punkte erreicht hat und 2 Punkte Vorsprung vorhanden sind.

 

Doppel

Wer Speedminton mit 4 Spielern ausprobieren möchte, nutzt die Möglichkeit des Doppels. Das Spielfeld verändert sich hierbei nicht. Der Aufschlag ist genau wie beim Tennis geregelt in Bezug auf die Reihenfolge der Spieler. Er wechselt auch hier nach drei ausgespielten Punkten.

 

Varianten

Wirklich sehenswerte Varianten sind z. B. Blackminton (hier wird nachts mit leuchtendem Material gespielt), Funplay (eine Spaßversion ohne Punkte, bei der es darum geht den Ball möglichst lange im Spiel zu halten) und zahlreiche Extremvarianten mit außergewöhnlichen Spielfeldbegrenzungen, etwa in der Großstadt von Dach zu Dach, über einen Fluss oder ähnliches.

 

Fazit

Der Vorteil von Speedminton liegt klar auf der Hand. Durch das fehlende Netz ist es immer und überall spielbar, solange genug Platz vorhanden ist. Auch sind die Materialkosten relativ gering, solange man nicht sofort einen professionellen Speedminton-Schläger zum Ausprobieren haben muss. Der schwerere Ball trotzt zudem auch Wind und Wetter. Kaum ein anderer Sport schafft ähnliche Möglichkeiten, die über die Geschlechter- und Altersgrenzen hinaus faire Wettkampfbedingungen schaffen. Vor allem in Schulen oder bei Sportfesten mit gemischten Publikum stellt dies die Organisatoren immer wieder vor neue Herausforderungen.

Speedminton stellt hier eine klare Alternative zu etablierten Spielen dar. Eine Sportart, die mit Sicherheit in den nächsten Jahren weiter wachsen und auf sich aufmerksam machen wird!

Lesen Sie auch: Trendsportart Jugger

 

Marcel Kremer

 

Quellenangaben:

1. http://www.speedminton.de/

2. Hintze, Stephan: Speedminton – Möglichkeiten zur Etablierung einer Trendsportart im Sportunterricht der Sekundarstufe 1, 2010.

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