Ex-Teamleiter de Rooij: Doping im Rabobank-Team

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De Rooij erhebt harte Vorwürfe gegen sein Ex-Team

Amsterdam - Nach einem Bericht der niederländischen Tageszeitung De Volkskrant hat die Leitung des Profi-Radrennteams Rabobank von 1996 bis 2007 Doping toleriert.

Amsterdam (SID) - Nach einem Bericht der niederländischen Tageszeitung De Volkskrant hat die Leitung des Profi-Radrennteams Rabobank von 1996 bis 2007 Doping toleriert. Das Blatt stützt sich dabei auf Aussagen von Stefan Matschiner, dem Manager des früheren österreichischen Radrennfahrers Bernhard Kohl. Kohl war 2008 positiv auf das verbotene Blutdopingmittel Cera getestet worden und mußte das Punktetrikot der Tour de France abgeben.

Matschiner erklärte, dass drei ehemalige Rabobank-Fahrer zu den Kunden der Wiener Blutbank Humanplasma gehört haben sollen, darunter Michael Boogerd. Boogerd wies alle Vorwürfe von sich und behauptete, niemals bei Humanplasma gewesen zu sein.

Der ehemalige sportliche Leiter des Rabobankteams, Theo de Rooij, gab dagegen zu, zu wissen, dass in seiner Zeit (1996-2007) Rabobank-Fahrer Dopingmittel benutzt hätten. "Wenn es passierte, war es eine gut überlegte Entscheidung der medizinischen Betreuer", sagte de Rooij der Zeitung. Er bestätigte auch, dass er Fahrer zur Ordnung habe rufen müssen, weil diese ihre medizinische Betreuung selbst organisieren wollten.

Der Däne Michael Rasmussen war 2007 kurz vor dem wahrscheinlichen Tour-de-France-Gesamtsieg von de Rooij aus der Tour genommen worden. Es war bekannt geworden, dass der Däne zuvor falsche Aufenthaltsorte angegeben hatte.

Das Rabobank-Team, so de Rooij, sei keine unverantwortlichen medizinischen Risikos eingegangen. "Aber wenn es um die medizinische Betreuung geht, muß man Grenzen setzen. Für mich standen die Gesundheit und das Wohlbefinden der Rennfahrer kurz- und langfristig immer an erster Stelle", sagte er.

In dem Volkskrant-Bericht gab de Rooij an, die Initiative und die Verantwortung immer den Rennfahrern selbst überlassen zu haben. Der ehemalige sportliche Leiter verneinte, dass der Sponsor Rabobank Doping gefördert oder finanziert habe. Offiziell war Doping im Team verboten. Eine Stellungnahme zu dem Artikel lehnte die Rabobank ab.

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