Dresden: Kontrollausschuss will Pokal-Ausschluss

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Randale: Dresden droht drakonische Strafe

Frankfurt am Main - Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fordert einen Ausschluss des Zweitligisten Dynamo Dresden aus dem DFB-Pokal für die Saison 2012/13.

Frankfurt/Main (SID) - Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fordert einen Ausschluss des Zweitligisten Dynamo Dresden aus dem DFB-Pokal für die Saison 2012/13. Dies gab der DFB am Mittwoch bekannt. Der Strafantrag wird beim DFB-Sportgericht eingereicht und ist dem Verein bereits zugestellt worden. Dresdner Fans hatten rund um das Spiel der zweiten Pokalrunde bei Borussia Dortmund (0:2) randaliert und zwei Polizisten verletzt. 15 Personen wurden festgenommen.

"Das hat uns überrascht, damit haben wir nicht gerechnet. Wir halten die Strafe für drakonisch, für absolut überzogen", sagte Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz dem SID mit Blick auf den Strafantrag. Der Klub wolle sich gegen das drohende Pokal-Aus in der kommenden Saison wehren und habe bereits seine Anwälte eingeschaltet, erklärte Oppitz.

Ehemalige Dynamo-Stars springen dem Klub zur Seite. "Es kommt so rüber, als ob man ein Exempel statuieren will", sagte der frühere Dynamo-Stürmer Ulf Kirsten dem SID und kritisierte: "Man sollte alle Vereine gleich behandeln und sich nicht einzelne Klubs herauspicken, um sie dann zu bestrafen, damit es für andere abschreckend wirkt."

Auch Hans-Jürgen Dörner empfindet die drohende Strafe als "sehr, sehr drastisch" und fühlt sich an 1995 zurückerinnert, als der achtmalige DDR-Meister vom DFB keine Lizenz erhalten hatte und in die Regionalliga zwangsabsteigen musste. "Das hatte damals schwerwiegende Auswirkungen für den Fußball in Dresden. Ich hoffe, dass das Urteil nicht durchgesetzt wird", sagte "Dixie" Dörner: "Das wäre für den Verein ein erheblicher Imageschaden und ein großer finanzieller Verlust."

Geschäftsführer Oppitz rechnete vor, dass eine Spielzeit ohne DFB-Pokal Dynamo auch finanziell hart treffen würde. "In dieser Saison haben wir grob gerechnet 1,5 Millionen Euro im Pokal eingenommen", sagte Oppitz. Auf ähnliche Einnahmen sei der Verein auch im nächsten Jahr angewiesen.

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