Dopingverdacht: Restle-Apel suspendiert

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Simret Restle-Apel unter Dopingverdacht

Köln - Die deutsche Leichtathletik ist sieben Wochen vor den Olympischen Spielen in London von einem Dopingfall überrascht worden.

Köln (SID) - Die deutsche Leichtathletik ist sieben Wochen vor den Olympischen Spielen von einem Dopingfall überrascht worden. Die für die EM in Helsinki (27. Juni bis 1. Juli) qualifizierte Langstreckenläuferin Simret Restle-Apel wurde von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) wegen einer positiven Probe vorläufig suspendiert. Grund dafür ist das Ergebnis aus einer Trainingskontrolle im Mai. Bei der Olympia-Kandidatin soll EPO nachgewiesen worden sein.

Restle-Apel, die in Eritrea geboren wurde und seit fünf Jahren deutsche Staatsbürgerin ist, wurde von dem Ergebnis völlig überrascht. "Diese Nachricht war für mich ein großer Schock. Ich habe versucht herauszufinden, wie es hierzu kommen konnte. Es geschah nicht mit Absicht zur Leistungssteigerung, sondern versehentlich und einmalig", versicherte die 28-Jährige auf ihrer Homepage und zeigte Verständnis für die Sperre. "Ich akzeptiere hundertprozentig das Vorgehen der NADA und warte auf den Ausgang des Verfahrens."

Ende Mai hatte die seit 2002 in Deutschland lebende Simret-Apel die EM-Norm über 5000 Meter in 15:28,71 Minuten unterboten. Schon vorher war die deutsche Meisterin im Halbmarathon die für Helsinki geforderte Zeit über 10.000 Meter in 32:41,50 Minuten gelaufen. Für die Sommerspiele in London hat sich die in Wiesbaden lebende Restle-Apel bislang noch nicht qualifiziert.

Winfried Aufenanger, Restle-Apels Trainer bei Grün-Weiß Kassel, fiel nach Erhalt der Nachricht aus allen Wolken. "Eine Athletin, die man aus der Ferne trainiert, hat man nicht so im Blick. Ich bin überrascht", sagte der 65-Jährige dem Sport-Informations-Dienst (SID).

"Sie glaubt, dass der Grund die Verwechslung mit einem Medikament ihrer kranken Schwiegermutter ist", sagte Aufenanger, der sich beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) über mehrere Jahre um die Langstreckler und Marathonläufer gekümmert hat. Der erfahrene Trainer glaubt nicht, dass Restle-Apel aufhören wird: "Das muss nicht das Ende ihrer Laufbahn sein. Sie wird auf jeden Fall weitermachen."

Auch Restle-Apel, der nun eine zweijährige Sperre droht, will weitermachen. "Dies bedeutet nicht mein Karriereende, sondern dass ich weiterhin sehr hart trainiere und dass mein Sport an erster Stelle für mich steht."

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