DFB-Spiel wichtiger Sicherheitstest

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Das Länderspiel ist nicht nur ein sportlicher Test

Köln - Das Länderspiel gegen Vize-Europameister Deutschland am Dienstag ist für den EM-Gastgeber Polen auch in Sachen Sicherheit ein wichtiger Test für die Endrunde 2012.

Köln (SID) - Das Länderspiel gegen Vize-Europameister Deutschland am Dienstag (20.45 Uhr/live im ZDF) ist für den EM-Gastgeber Polen auch in Sachen Sicherheit ein wichtiger Test für die Endrunde 2012. "Es ist das erste internationale Spiel in dem neuen Stadion in Danzig. Wir werden alle Standards als Maßstab nehmen und dann sehen, wo wir stehen", sagte Marcin Herra, Chef des polnischen Organisationskomitees: "Ich denke, das Stadion wird mit über 40.000 Zuschauern ausverkauft sein. Darunter werden rund 1000 deutsche Fans sein. Für uns eine gute Möglichkeit, um zu sehen, ob auch am Flughafen und auf den Wegen zum Stadion alles klappt. Und dass wir gegen so einen Gegner testen, freut uns besonders."

Insgesamt hoffen die von Krawallen im Fußball immer wieder betroffenen Polen auf ein neues Gesetz, dass das polnische Parlament in der vergangenen Woche verabschiedet hat. Der Präsident muss es noch absegnen. Zum Gesetz gehört auch der Einsatz von elektronischen Fußfesseln. "Das ist Bestandteil der neuen Gesetzgebung", sagte Herra: "Wenn jemand nicht zum Spiel kommen darf, können wir ihn mithilfe dieser Technologie bewachen."

Wichtige Informationen haben sich die Polen in Deutschland geholt. "Meine Kollegen waren bei der Frauen-WM in Deutschland, um von den Organisatoren zu lernen", berichtete der OK-Chef: "Sie haben auch über die Erfahrungen von 2006 gesprochen. Meiner Meinung nach war das ein sehr, sehr gutes Turnier. Die Deutschen haben sich damals gesagt: Lasst uns offen sein, lasst uns freundlich sein, lasst uns lächeln. Das wollen wir auch tun."

Herra versichert, niemand müsse sich Sorgen machen. "Wenn man sich nur auf 30 Sekunden lange Videosequenzen beruft, kann das zu einem Missverständnis führen", erklärte er: "Ich denke, dass wir in wenigen Regionen unseres Landes Probleme haben. Die wahren polnischen Fußballfans sind friedlich. Das Land hat sich in den vergangenen 20 Jahren enorm verändert. Es lohnt sich, zu uns zu kommen."

Man stehe vor "vielen Herausforderungen", es liege "harte Arbeit vor uns" und es gebe "einige Risiken", aber das sei normal. Einziges Problem sei noch, die Stadien fertigzustellen. Das in Danzig wird gegen Deutschland eingeweiht, nachdem klar geworden war, dass die Arena in Warschau wegen Problemen beim Bau der Treppenhäuser erst im November fertig sein wird. "Es ist eben ein großes Stadion. Jetzt sind wir aber auf einem guten Weg", sagte Herra. Auch sei "eine wichtige Autobahn noch nicht fertig, aber die baut man eben nicht in ein oder zwei Tagen. Wir kümmern uns um alles Notwendige, um eine friedliche und freundliche Atmosphäre zu schaffen."

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