DFB-Frauen stürmen ohne Prinz zum Gruppensieg

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Zwei Tore beim Sieg gegen Frankreich: Inka Grings

Mönchengladbach - Die deutschen Fußballerinnen haben sich im letzten Vorrundenspiel 4:2 (2:0) gegen Frankreich durchgesetzt und treffen nun im Viertelfinale auf Japan.

Mönchengladbach (SID) - Ohne Spielführerin Birgit Prinz haben die deutschen Fußballerinnen wenigstens in der Offensive ihr wahres Gesicht bei der Heim-WM gezeigt und sind mit euphorischer Unterstützung der Zuschauer zum Gruppensieg gestürmt. Die Titelverteidigerinnen, die sich trotz der mäßigen Leistungen gegen Kanada (2:1) und Nigeria (1:0) bereits für das Viertelfinale qualifiziert hatten, setzten sich im letzten Vorrundenspiel 4:2 (2:0) gegen Frankreich durch und treffen nun im Viertelfinale auf Japan.

Ersatz-Kapitänin Kerstin Garefrekes (25.), Inka Grings (32., 68./Foulelfmeter) und Célia Okoyino da Mbabi (89.) erzielten die Tore für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die seit dem 1. Juli 1999 kein WM-Spiel mehr verloren hat (14 Siege, 1 Remis). Bundestrainerin Silvia Neid, die Deutschland durch den anvisierten dritten WM-Triumph in Folge zum alleinigen Rekord-Weltmeister machen will, bleibt bei einer WM oder EM (ebenfalls 14 Siege, 1 Remis) ungeschlagen.

Nach dem achten Erfolg im zehnten Duell mit den Französinnen, für die Marie-Laure Delie (56.) sowie Laura Georges (72.) trafen und die Torhüterin Berangere Sapowicz nach einer Notbremse gegen Fatmire Bajramaj durch einen Platzverweis verloren (65.), steht der deutschen Mannschaft am Mittwoch der Umzug von Düsseldorf nach Wolfsburg bevor. Dort steht am Samstag (20.45 Uhr/ZDF) das Viertelfinale gegen Japan auf den Programm.

Die Gastgeberinnen wurden vor 45.687 Zuschauern im ausverkauften Gladbacher Stadion erwartungsgemäß nicht von Prinz, die vor der Partie 343 Minuten kein Tor mehr im deutschen Trikot erzielt hatte und in den zurückliegenden zehn Partien stets vorzeitig aus dem Spiel genommen wurde, angeführt. "Sie ist derzeit nicht in der besten Form, das hat sie auch selbst bestätigt", sagte Co-Trainerin Ulrike Ballweg vor dem Anpfiff. Damit stand Prinz erstmals seit dem 11. März 2009 (0:1 gegen Dänemark) nicht von Beginn an auf dem Platz.

Neben Prinz verzichtete Neid zudem zunächst auf die angeschlagenen Linda Bresonik (Magen-Darm-Probleme) und Melanie Behringer (Bänderdehnung) sowie auf die von einer Gelbsperre bedrohte Kim Kulig. Dafür standen Grings, Bianca Schmidt, Bajramaj und Lena Goeßling in der Startformation.

Die Deutschen bestimmten in der Anfangsphase die Partie, die Französinnen lauerten auf Konter. Klare Chancen konnten sich allerdings beide Teams zunächst nicht erarbeiten. Nach rund zehn Minuten erhöhten die Gastgeberinnen den Druck, Frankreich bekam Probleme in der Abwehr. Richtig gefährlich wurde es für die Französinnen aber erst einmal nicht.

Nach knapp 20 Minuten ließ die deutsche Mannschaft in ihren Bemühungen nach. Frankreich bekam den Gegner besser in den Griff, die DFB-Auswahl leistete sich zunehmend Fehler. Um so überraschender fiel in dieser Phase die Führung durch Garefrekes, die nach einem Freistoß von Babett Peter zum zweiten Mal während der Endrunde per Kopf traf.

Danach lief das deutsche Spiel. Nach guter Vorarbeit von Simone Laudehr war Bundesliga-Rekordtorjägerin Grings ebenfalls per Kopf zur Stelle. Schon nach dem zweiten Treffer wurde die lauf- und zweikampfstarke deutsche Elf von den Zuschauern gefeiert.

In der Pause tauschte Neid die ebenfalls von einer Gelbsperre bedrohte Laudehr aus. Für die Duisburgerin kam Ariane Hingst, die wie Prinz ihre internationale Karriere nach der Endrunde beenden wird, in die Partie. Darunter litt das Spiel der Neid-Elf, der Schwung vom Ende des ersten Durchgangs war zu Beginn der zweiten Hälfte verflogen.

Die Französinnen nutzen die Schwächephase der Deutschen zum Anschluss durch die eingewechselte Delie. Die 23-Jährige sorgte nach einer Ecke für den dritten Kopfballtreffer der Partie. Innenverteidigerin Saskia Bartusiak sah dabei nicht sonderlich gut aus. Kurz darauf hätte Grings per Freistoß fast den alten Abstand wieder hergestellt (60.).

Acht Minuten später macht es die Torjägerin beim fälligen Straftstoß nach dem Foul an Bajramaj besser. Der zweite Gegentreffer kurz darauf fiel erneut nach einer Ecke per Kopf. Die Deutschen wirkten insgesamt in der Defensive nicht sattelfest. Pech hatten die Gastgeberinnen in der 77. Minute, als Peter nur den Querbalken traf. Célia Okoyino da Mbabi machte dann kurz vor Schluss mit ihrem zweiten Turbniertreffer den Gruppensieg perfekt.

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