Darts: Auf Wiedersehen Kneipe - Hallo Trendsport!

Der Dartsport boomt. Besonders in Großbritannien sind die fliegenden Pfeile schon fast eine Art Volksport, bei dem jedes Turnier zu einem riesigen Event wird. Doch auch in Deutschland hat Dart sein ehemaliges Kneipenimage längst abgelegt und erfreut sich immer größerer Popularität. Höchste Zeit also den Sport einmal genauer unter die Lupe zu nehmen!

Geschichte

Während der Name „Dart“ auf eine französische Wurfwaffe zurückzuführen ist, hat das Spiel seinen eigentlichen Ursprung in England. Bereits 1896 legte dort ein Zimmermann die noch heute gültige Einteilung der Dartscheibe fest. Die ersten Wettbewerbe fanden auf der Insel schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Als der Dartsport in den Siebzigern auch immer mehr TV-Präsenz bekam brachte das auch lukrative Sponsoren mit sich. Die Top-Spieler professionalisierten sich und konnten auf einmal mit dem Sport ihren Lebensunterhalt finanzieren. 1973 wurde dann schließlich der Verband BDO (British Darts Organisation) gegründet, in welchem sich alle damaligen Top-Dartspieler versammelten und jährlich mehrere im TV übertragene Turniere spielten. 1992 kam es dann zum großen „Darts Split“ bei dem 16 der besten BDO-Spieler sich ausgliederten und ihren eigenen Verband gründeten: Die PDC (Professional Darts Corporation). Grund für die Trennung war die mangelnde Unterstützung seitens der BDO bei der Vermarktung des Sportes. Noch heute ist die PDC der führende Verband, der alle Weltklasse Dartspieler unter seinem Dach versammelt.

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Die Dartscheibe

Die Dartscheibe ist in 20 Bereiche aufgeteilt für die es jeweils eine unterschiedliche Punktezahl von 1 bis 20 gibt. Der Mittelpunkt der Scheibe besteht aus dem grünen Single Bull (25 Punkte) und dem roten Bull’s Eye (50 Punkte). Außerdem gibt in jedem der 20 Bereiche noch ein kleines grünes und ein kleines rotes Feld: Beim Treffen des Äußeren wird die Punkteanzahl verdoppelt, beim Inneren verdreifacht.

Der senkrechte Abstand vom Mittelpunkt der Dartscheibe (dem Bullseye)  zum Boden beträgt 1,73cm. Von dort aus wird eine Diagonale zur Wurflinie (Oche) ermittelt. Dieses Diagonalmaß beträgt 2,93m. Der Abstand von der Oche bis zur Wand an der die Dartscheibe hängt, beträgt also 2,37m.

Häufige Verletzungsmerkmale bei Dartspielern

Dart ist eine sehr sichere Sportart mit sehr wenig Verletzungen.

Gelegentlich leiden die Spieler unter den typischen Symptomen eines Tennisarms: starke, chronische Schmerzen im Unterarm, die durch Entzündungen der Sehnen in Hand und Unterarm herrühren. Auch Schulterschmerzen sind leider eine weit verbreitete Folge von häufigen Armbewegungen auf Kopfhöhe. Aber am meisten haben die Dartspieler mit der Aufrechterhaltung der Konzentration während eines Wettkamps zu kämpfen.

301/501

Dart lässt sich in unzähligen Varianten spielen, die Gängigste nennt sich 301 bzw. 501. Dabei hat jeder Spieler am Anfang 301/501 Punkte auf seinem Konto. Es werden immer abwechselnd drei Würfe auf die Scheibe abgegeben und die geworfene Punkteanzahl jedes Spielers schließlich von seinem Konto abgezogen. Gewonnen hat derjenige Spieler, der zuerst bei 0 angelangt. Allerdings ist dabei zu beachten, dass immer auf genau 0 ausgeworfen werden muss – wenn überworfen wird, wird der Wurf nicht gezählt.

Das „nine dart finish“

Das „nine dart finish“ bezeichnet das perfekte Spiel beim 501: Der Spieler beendet dabei das Spiel mit nur neun Würfen – weniger geht nicht. Insgesamt gibt es 71 verschiedene Kombinationen um dies zu erreichen. Klingt einfach? Ist es nicht! Es müssen bei jeder Möglichkeit mindestens sechs der kleinen Dreifach-Felder getroffen werden. Nicht umsonst gelang das „nine dart finsih“ im laufenden Kalenderjahr erst drei Profispielern live im Fernsehen.

Darauf kommt es beim Dart an

Wer ein Dart-Match im Fernsehen beobachtet, wird schnell feststellen, dass die meisten Profispieler keineswegs Modellathleten sind. Weder Kraft noch Ausdauer spielen beim Dart die entscheidende Rolle, vielmehr steht vor allem die Technik im Vordergrund. Hier heißt es schlicht und ergreifend: Üben, Üben, Üben. Neben den technischen Fähigkeiten kommt es außerdem auf den Kopf an, denn was hilft die perfekte Wurftechnik, wenn diese aufgrund von Nervosität oder Wettbewerbsangst im richtigen Moment nicht abgerufen werden kann? Bei großen Turnieren haben die Profis schließlich eine lärmende und tobende Halle im Rücken und müssen trotzdem beim entscheidenden Wurf liefern.

Die Stars der Dartszene

Michael van Gerwen (PDC-Weltrangliste: 1)

Van Gerwen ist die aktuelle Nummer Eins der PDC-Weltrangliste. Der Niederländer gewann 2014 die PDC-Weltmeisterschaft und dadurch zum jüngsten Weltmeister der Geschichte. Außerdem gewann „Mighty Mike“ 2013 die Dart Premier League und wiederholte diesen Erfolg 2016. Die Einlaufmusik des 27-Jährigen ist Seven Nation Army von The White Stripes.

Phil Taylor (PDC-Weltrangliste: 4)

Philip Douglas Taylor ist ein Urgestein des Dartsports. Der Engländer konnte bereits 16(!)-Mal die Dart-WM gewinnen – so oft wie kein anderer. Der heute 56-Jährige begann bereits 1976 mit dem Dartspielen, damals noch klassisch in der Kneipenszene seiner englischen Heimat. Schon in den 80ern begann er schließlich professionell zu spielen und war 1993 Gründungsmitglied der PDC. Seinen Spitznamen „The Power“ verdankt er seiner Einlaufmusik: The Power von Snap!.

Adrian Lewis (PDC-Weltrangliste: 3)

Adrian Lewis kommt aus derselben Stadt wie Taylor und kann auch als dessen Schützling betrachtet werden. 2011 gelang dem damals erst 24-Jährigen der große Durchbruch: Er gewann die PDC-WM und konnte diesen Erfolg ein Jahr später wiederholen. Seinen Spitznamen „Jackpot“ verdankt er einer unterhaltsamen Geschichte aus seiner Vergangenheit: In Las Vegas knackte er an einem Casinoautomaten den Jackpot von 75.000 Dollar, bekam den Gewinn allerdings nicht ausgezahlt, da er damals noch nicht die nötigen 21 Jahre alt war.

Gary Anderson (PDC-Weltrangliste: 2)

Anderson ist ein schottischer Spieler, der schon seit 2000 im Dartzirkus mitmischt. Der aktuell Weltranglisten Zweite ist amtierender PDC-Weltmeister und gewann diesen Titel auch schon 2015. „The Flying Scotsman“ gilt als einer der talentiertesten Darter und kam bis 2009 laut eigener Aussage ganz ohne professionellem Training aus.

Anstehende Top-Events

In den nächsten Monaten geht es auf den großen Dartbühnen wieder heiß her. Diese Turniere solltest Du Dir auf keinen Fall entgehen lassen:

European Darts Championship, Hasselt 28. Oktober – 30. Oktober

World Series of Darts Finals, Glasgow 5. November – 6. November

Grand Slam of Darts, Wolverhampton 12. November – 20. November

Players Championship Darts, Minehead 25. November – 27. November

World Darts Championship, London 15. Dezember – 2. Januar

Selbst spielen: Klassisch vs. Elektronisch

Ein toller Vorteil für jeden, den das Dartfieber gepackt hat: Um selbst zu Hause spielen zu können, bedarf es keiner teuren Ausrüstung! Im Prinzip braucht man für den Spaß neben den Pfeilen nur eine passende Dartscheibe. Diese lassen sich grundsätzlich in zwei verschiedene Kategorien einteilen: Das klassische Modell aus Naturfaser und das elektronische Dartboard.

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Die Klassische Dartscheibe:

Das Klassische Modell läuft gänzlich ohne Elektronik, die Dartpfeile fliegen hier auf eine Scheibe aus Naturfaser. Diese Variante ist oft günstiger, allerdings hinterlassen die Würfe hier auch oft Löcher in der Scheibe. Wie sichtbar diese sind, hängt vor allem von der Materialqualität der jeweiligen Scheibe ab. Der große Unterschied zur Elektronischen Dartscheibe: Die Punkte werden logischerweise nicht automatisch gezählt, neben dem Wurfarm muss hier als auch das Köpfchen arbeiten.

Die Elektronische Dartscheibe:

Die Maße der elektronischen Variante sind identisch mit der der klassischen Dartscheibe. Allerdings gibt es einen Unterschied im Material: Die Pfeile haben hier keine Eisenspitzen sondern sind abgerundet und aus Kunststoff. So entsteht kein Schaden an den Elektronen der Scheibe, welche die Punkteanzahl der Würfe messen. Vorteil für die Denkfaulen: Das Kopfrechnen bleibt einem hier erspart. Außerdem sind die Elektronischen Dartscheiben in der Regel etwas langlebiger, entsprechend höher liegt aber auch der Kostenpunkt.

Dartscheiben Trainingsworld-Vergleich

Damit auch der Kauf einer Dartscheibe ein Volltreffer wird, haben wir uns die beliebtesten Modelle einmal genauer angeschaut:

Winmau Steeldartboard Blade IV

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Klassische Dartscheibe aus Sisalfaser

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Maße: 45.7 x 45.7 x 5.1 cm

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Gewicht: 4,5 kg

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Preis: 39,59 €

Dieses klassische Modell aus Naturfaser ist ein absoluter Bestseller. Mit knapp 40 Euro ist der Preis für die Dartscheibe auch für den nicht ganz so dicken Geldbeutel absolut in Ordnung. Die Verarbeitung ist trotz des moderaten Preises hochwertig und zu einer entsprechenden Langlebigkeit. Die Stahlspinne, welche die einzelnen Felder begrenz ist extra dünn gehalten um die Anzahl der Abpraller zu verringern. Kleines Manko: Bei diesem Modell werden keine Dartpfeile mitgeliefert, diese sollte man also entweder bereits besitzen oder sich zusätzlich erwerben.

Unicorn Eclipse Pro Dartboard

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Klassische Dartscheibe aus Sisalfaser

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Maße: 46 x 46 x 5 cm

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Gewicht: 5 kg

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Preis: 51,90 €

Auch dieses Dartboard ist eine klassische Variante aus Naturfaser. Der Kostenpunkt liegt mit gut 50 Euro hier etwas höher, allerdings mit Grund: Es werden 6 (optional gegen Aufpreis auch 12) Steeldarts (McDart, 20g) mitgeliefert. Bezüglich Maße und Gewicht unterscheidet dieses Modell sich kaum vom Winmau Steeldartboard und auch die Verarbeitung kann sich hier sehen lassen.

Ultrasport elektrisches Dartboard

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Elektronische Dartscheibe

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Maße: 46,5 x 6,4 x 67,5 cm

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Gewicht: 3,4 Kg

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Preis: 65,99 €

Die Dartscheibe von Ultrasport ist elektronisch betrieben und verspricht Abwechslung: 28 Spiele und 167 Spielvarianten sind hier möglich. Acht Spieler können hier gleichzeitig teilnehmen, die Spielstände werden typischerweise über einen LED-Display angezeigt. Mit dabei sind 12 Softdartpfeilen inklusive Ersatzspitzen. Besonderes Extra: Eine Abwurflinie zum Aufkleben. Insgesamt ein optimales Gesamtpaket sowohl für Anfänger, als auch für Fortgeschrittene. Der Preis liegt bei für eine elektronische Scheibe günstigen 65,99 Euro.

Elektronische Dartscheibe Dartona JX2000 Turnier Pro

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Elektronische Scheibe

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Durchmesser der Scheibe: 34 cm

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Gewicht: 7kg

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Preis: 199 €

Die Profischeibe: Dieses elektronische Modell von Dartona bringt alles mit, was das Dartherz begehrt. Sie entspricht dem gängigen Turnierstandart und bietet 41 Spiele mit über 200 verschiedenen Varianten. Beim Dartabend mit den Kumpels dürfen hier auch ruhig ein paar mehr Einladungen verschickt werden – bis zu 16 Spieler können hier gleichzeitig spielen! Ansonsten gibt es alle möglichen Extras, z.B. die Namenseinzige der Spieler auf dem LED-Display etc. Mit 199 Euro ist das Ganze natürlich wenig überraschend etwas kostspieliger. Jeder, der sich vielleicht schon etwas professioneller Dart spielt, wird hier aber auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.

HUDORA Dartscheibe York

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Klassische Dartscheibe

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Maße: 1,2 x 1,2 x 43 cm

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Gewicht: 1,2 kg

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Preis: 16,95 €

Das kostengünstige Einsteigermodell. Die Dartscheibe von HUDORA läuft klassisch ohne Elektronik. Ihr größtes Argument: der Preis. Nicht einmal 17 Euro kostet das Dartboard, mit dabei sind 6 metallische Pfeile. Allerdings haben diese mit richtigen Dartpfeilen wenig gemeinsam, es empfiehlt sich hier zusätzlich richtige Darts zu kaufen. Die Scheibe ist für Anfänger eine gute Möglichkeit ohne großen finanziellen Aufwand in die Dartwelt reinzuschnuppern. Bei intensiverem Spielen empfiehlt sich allerdings eine etwas hochwertigere Variante.

Ultrasport elektrisches Dartboard

Unicorn Eclipse

Pro Dartboard

Elektronische Dartscheibe

Dartona JX2000 Turnier Pro

HUDORA Dartscheibe York

Ultrasport elektrisches Dartboard

Preis

39,59 €

51,90 €

199,00 €

16,95 €

65,99 €

Art

klassisch

klassisch

elektronisch

klassisch

elektronisch

Darts inkl.

Nein

Ja

Nein

Nein

Ja

Gewicht

4,5 kg

5 kg

7 kg

1,2 kg

3,4 kg

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Autor: Fabian Meinberger

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