Bundestrainer Löw bremst Titel-Euphorie

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Behält einen kühlen Kopf: Joachim Löw

Frankfurt/Main - Bundestrainer Joachim Löw bremst trotz der perfekten EM-Qualifikation mit zehn Siegen aus zehn Spielen die Euphorie um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.

Frankfurt/Main (SID) - Bundestrainer Joachim Löw bremst trotz der perfekten EM-Qualifikation mit zehn Siegen aus zehn Spielen die Euphorie um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. "Ich werde natürlich lieber gelobt als kritisiert. Und unser Team auch. Aber wenn in den Medien und von den Fans in den kommenden Monaten nur noch vom EM-Titel gesprochen wird, gefällt mir das absolut nicht. Und ich glaube, dass die EM vielleicht sogar schwieriger zu gewinnen ist als die WM", sagte Löw in einem Interview mit der Bild-Zeitung.

Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beendete die Qualifikation für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine mit zwei 3:1-Erfolgen in der Türkei und gegen Belgien. Doch trotz anschließender Lobeshymnen sieht der 51 Jahre alte Bundestrainer noch Verbesserungsmöglichkeiten. "Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren, auch künftig konsequent arbeiten und weiter entwickeln. Und bei uns darf niemand vollmundig durch die Gegend laufen und sagen: 'Wer will uns denn noch was?' Ich bin für Bescheidenheit und eine realistische Einschätzung. Wir sind einer von fünf, sechs Titelkandidaten - nicht mehr und nicht weniger."

Weitaus euphorischer bewertet Franz Beckenbauer die Lage der DFB-Auswahl acht Monate vor Beginn der EM-Endrunde. Für den Fußball-Kaiser führt der Titel im kommenden Jahr nur über Deutschland oder Weltmeister Spanien. "Deutschland und Spanien sind derzeit den anderen Ländern Europas meilenweit voraus. Beide Nationalmannschaften spielen einfach konstant auf einem anderen Niveau. Und damit sind beide für mich auch die eindeutigen Favoriten bei der EM 2012", schrieb Beckenbauer in seiner Bild-Kolumne.

Löw will unterdessen insbesondere an der "Ausgewogenheit und Balance" im deutschen Spiel arbeiten. "Das beherrscht Spanien perfekt. Attraktives Spiel und Offensivkraft sind mir wichtig. Doch auch die gesamte Defensivarbeit muss stimmen. Da ist noch einige Feinarbeit zu leisten, wenn wir bei der EM ganz vorne landen wollen", sagte Löw, nachdem der WM-Dritte beim 3:1 gegen Belgien zum neunten Mal in Folge nicht ohne Gegentor geblieben war.

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