Studie

Bewegungskontrollschuhe

+
Bewegungskontrollschuhe können eine Überpronation nicht beheben, jedoch weiteren Schäden durch Laufen vorbeugen.

Beim Laufen und Gehen kippen Fuß und (in geringerem Maße auch) Fußgelenk nach dem Aufsetzen des Fußes nach innen, um die Bewegung aufzufangen. Dies trägt zu einer Verringerung der Stoßbelastung bei.

Diese Bewegung zur Fußinnenseite hin nennt man „Pronation“. Das ist ein völlig normaler biomechanischer Prozess. Eine zu starke Pronation ist jedoch schädlich. Sie führt zu einer verstärkten Belastung von Fuß, Knöchel und Kniegelenk und einem erhöhten Verletzungsrisiko.

Läufern mit Überpronation werden häufig Bewegungskontrollschuhe empfohlen. Doch welchen Vorteil haben die im Vergleich zu „normalen“ Laufschuhen? Und kommt es durch das Tragen solcher Schuhe überhaupt zu einer Änderung der Fußbewegung und der Belastungskräfte, die beim Laufen auf den Fuß wirken? Um diese Fragen zu klären, führten Wissenschaftler aus Hongkong entsprechende Messungen bei 25 Freizeitsportlern durch, die Bewegungskontrollschuhe trugen. Dazu wurde am Anfang und am Ende eines 1,5-km-Lauftrainings der plantare Fußdruck gemessen. Es wurden Läufer gewählt, die bei normaler Laufbewegung eine Pronation von 6 Grad oder mehr aufwiesen. Die plantare Druckmessung bei jedem Aufsetzen des Fußes erfolgte über Sensoren in speziellen Einlegemesssohlen. Die Ergebnisse wurden mit den Messwerten normaler Laufschuhe verglichen.

Die Messungen am Ende der 1,5 km langen Laufstrecke ergaben, dass sich im Vergleich zu den Messwerten vor dem Lauf die Stärke und Verteilung des Fußdrucks durch das Tragen von Bewegungskontrollschuhen nicht geändert hatten. Trugen die Läufer jedoch normale Schuhe, stieg gegen Ende der Laufstrecke die mittlere Spitzenkraft unter dem medialen Mittelfuß um 15 % und unter dem ersten Metatarsalköpfchen um 8 %.

Daraus schlossen die Forscher, dass sich bei normalen Laufschuhen der Plantardruck auf den Mittelfuß mit zunehmender Laufzeit erhöht. Bei Bewegungskontrollschuhen zeigte sich dieser Trend jedoch nicht. Sie folgerten weiterhin, dass sich ihre Feststellungen auch im Hinblick auf die Auswahl der richtigen Laufschuhe und somit auf die Verletzungsprävention von Freizeitläufern mit einer Pronation von mehr als 6 Grad auswirken könnten.

Physical Therapy. 2008

Auch interessant

Kommentare