Basketball

Geschichte und Entwicklung des Basketballs

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Dr. James Naismith erfand eher zufällig das moderne Basketballspiel

Dr. James Naismith gilt als Erfinder des modernen Basketballspiels, wie wir es heute kennen. Als Wintertraining entwickelte er das Spiel für Football- und Baseballteams. Erste ähnliche Spielformen gab es aber bereits vor etwa 1000 Jahren bei den indianischen Kulturen.

Basketball-ähnliche Spielformen existierten bereits vor 1000 Jahren. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass ein ähnliches Spiel bereits von den Maya, den Azteken und den Inka gespielt wurde, bei dem ein Ball durch einen Ring geworfen werden musste. Die wirkliche Geburtsstunde des Basketballs war jedoch am 21. Dezember 1891, kreiert durch den Kanadier Dr. James Naismith, Leiter von Kursen zur Körperertüchtigung. Dr. Luther Gulick, Rektor der YMCA in Springfield, Massachussetts, erteilte dem damals 30-jährigen den Auftrag, auf Wunsch der Studenten, innerhalb von 2 Wochen eine Alternative für die Freiluftsportarten Football, Baseball und Fußball zu entwickeln.

 

Massenschlägereien statt körperlosem Spiel

Heftiger Schneefall und kurze Tage machten es im Winter nicht möglich, diese Sportarten problemlos im Freien auszuüben. Bei seinen Überlegungen kam Dr. James Naismith zu dem Entschluss, eine weniger körperbetonte Sportart, als es beispielsweise der Football mit den üblich harten „Tacklings“ ist, zu entwickeln. Naismith beschrieb seine neu erfundene Sportart mit den Worten: „Um Erfolg zu haben, mussten sich Geschicklichkeit und Wurfgenauigkeit mit Kraft, Schnelligkeit und Durchsetzungsvermögen verbinden“. Zu Beginn wurde mit 9 Spielern pro Mannschaft gespielt. Trotz der Idee des „körperlosen Spiels“ unterschied sich Basketball in den Anfangsjahren in der Härte kaum von Football. Die Spieler benötigten zu Beginn noch Arm- und Beinschoner als auch einen Brustschutz, um sich nicht zu verletzten. Es kam gelegentlich sogar zu Massenschlägereien und so wurde die Spielerzahl der beiden Mannschaften früh angepasst und auf fünf Spieler reduziert.

 

Basketball statt Boxball, weil Hausmeister Pfirsichkörbe besorgte

Insgesamt konzipierte Naismith nur 13 Regeln, die er per Schreibmaschine auf 2 Seiten niederschrieb. Die 3. und wichtigste Regel war das Verbot des Laufens mit dem Ball. Das „no travelling“ ist bis heute noch eine der elementaren Regeln. Basketball war somit bei der Geburtsstunde ein reines Pass- und Wurfspiel, bei dem der Ball im Stand gefangen werden sollte und so oft weitergepasst wird, bis sich ein Spieler in aussichtsreicher Wurfposition für ein „Tor“ befindet. Den Guards, Forwards und Center wurden feste Positionen zugewiesen, von denen sie sich nicht wegbewegen durften. Erst im Jahr 1910 wurde das Dribbeln in das Regelwerk aufgenommen.

Um Rangeleien in „Tornähe“ zu vermeiden, löste Naismith die „Tore“ vom Boden und so entstand die Korbhöhe von 10 Fuß, umgerechnet 305 cm, wie noch heute. Doch zunächst spielte man nicht mit Basketballkörben, wie man sie heute kennt. Dr. Naismith benötigte für die Umsetzung seines Spiels eckige Holzkästen und beauftragte den Hausmeister Pop Stebbins hierfür. Dieser fand jedoch keine und besorgte ersatzweise Pfirsichkörbe. Aufgrund dieser Gegebenheit entstand nicht der Begriff "Boxball", auf Wunsch des Erfinders auch nicht der Begriff „Naismithball“, sondern der Begriff „Basketball“.

Innerhalb kurzer Zeit wurden die Pfirsichkörbe durch solche aus schwerem Draht verdrängt. Das Anbringen des Basketballbretts im Verlauf der Entwicklung diente nicht etwa dazu, die Treffsicherheit der Spieler zu erhöhen, sondern weil Zuschauer von der Tribüne aus nicht mehr auf den Korb zufliegende Bälle mit Stöcken und Regenschirmen wegschlagen sollten. Der Ball musste anfangs nach einem erfolgreichen Korberfolg mit einer Leiter aus dem Korb geholt werden. Später stellte man den Hausmeister mit einer Trittleiter in die Nähe des Korbes und dann musste Pop Stebbins hinaufklettern und den Ball rausholen, damit das Spiel fortgesetzt werden konnte. Dies fiel jedoch nicht besonders ins Gewicht, da „Tore“ eher selten erzielt wurden.

Erst etwa 20 Jahre später wurden die heute üblichen Netze für den Durchflug des Balls erfunden und eingesetzt. Als Spielball diente anfangs ein Lederfußball. Erst 1894 wurden die ersten speziell gefertigten Basketbälle entwickelt. Die Auftaktpartie endete 1891 nach chaotischen 2 x 15 Minuten mit 1:0 (!!!) durch einen Wurf aus über acht Metern durch den Studenten William R. Chase, der sich dadurch in die Geschichtsbücher eintragen durfte.

 

Kinderspiel „Enten auf einem Felsen“

Das Spielkonzept für den Basketball übernahm Dr. James Naismith übrigens von dem simplen Kinderspiel, genannt "ducks on a rock" (Enten auf einem Felsen), welches er in seiner Schulzeit in den Pausen selbst gern spielte. Das Ziel des Spiels ist es, eine Ente, platziert auf einem Felsen, mit einem Stein herunterzuschießen. Ohne diese simple Idee würde die heute weltweit populäre Sportart vermutlich nicht existieren. Grund zur Freude haben nicht nur alle Fans der zweitschnellsten Sportart der Welt, sondern auch Naismiths Erben. Durch ein Patent des alleinigen Erfinders verdienen sie noch bis heute etwa 14 Millionen Dollar pro Jahr.

 

Ein paar Zahlen zur Entwicklung im Basketball

1896 Basketball wird zum ersten Mal in Deutschland, in Braunschweig gespielt

1898 Gründung der ersten Profi Liga (National Basketball League)

1902 Gründung der ersten College-Liga

1922 Das Rennen mit dem Ball ohne zu dribbeln wird mit Ballbesitz für die gegnerische Mannschaft bestraft

1936 Basketball wird erstmals Teil der Olympischen Sommerspiele

1946 Gründung der NBA (National Basketball Association)

1949 Gründung des DBB (Deutscher Basketball Bund)

1984 Die FIBA führt die Drei-Punkte-Linie (Entfernung 6,25 m) ein.

 

Ramy Azrak

 

Quellenangaben

1. http://www.basketball-bund.de/basketball-bund/de/dbb/geschichte_und_statistik/19111.html

2. Basketball: Von der Enstehung und Entwicklung zu einer der populärsten Ballsportarten, Oliver Zachert

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