Basketball

Basketball Spielbericht: Brose Baskets Bamberg vs. Telekom Baskets Bonn am 09.05.2012

+
Die Telekom Baskets unterliegen den Brose Baskets Bamberg - ein Basketball Spielbericht

Basketball Playoffs - ein Spielbericht: Brose Baskets Bamberg gewinnen am 09.05.2012 bei den Telekom Baskets Bonn und gleichen die Serie aus

Die Brose Baskets Bamberg haben sich im 2. Spiel der 1. Playoff-Runde den Heimvorteil bei den Telekom Baskets Bonn zurückerkämpft und siegten ungefährdet mit 53:67 (17:20, 13:22, 8:15, 15:10). Durch eine überragende Verteidigungsleistung ließen die Franken den Bonnern vor 6000 Zuschauern im ausverkauften Telekom Dome nur eine 27 %ige Trefferquote auf dem Feld.

 

Bonner verschlafen den Start, kämpfen sich aber schnell zurück

Von der ersten Sekunde zeigten die Bamberger, warum sie in der regulären Spielzeit die beste Mannschaft waren und der Topfavorit auf die Meisterschaft sind. Mit einer aggressiven Verteidigung ging die Mannschaft um Chris Fleming früh mit 7:0 und 12:1 in Führung. Es dauerte 5:34 Minuten bis die Bonner die ersten Punkte, durch Benas Veikalas (insgesamt 12 Punkte), aus dem Feld zum 5:12 verzeichnen konnten. Als Jared Jordan 2 Minuten vor dem Viertelende mit einem spektakulären Korbleger (Basketball Techniktraining: Der Korbleger – der einfachste und treffsicherste Wurf) auf 13:16 verkürzen konnte, schienen die Baskets im Spiel angekommen zu sein und das merkten auch die fantastischen Fans im Telekom Dome, die lautstark hinter ihrer Mannschaft standen. Bei den Bambergern glänzte im 1. Viertel besonders Anton Gavel (mit 14 Punkten Topscorer des Spiels, gemeinsam mit Teamkamerad Brian Roberts).

 

16-0 Run sorgt für Vorentscheidung

Mit 17:20 ging es in das 2. Viertel. Doch die Bonner verschliefen erneut die Anfangsphase und gerieten nach einem spektakulären Alley Oop Dunk von Chris Tucker, eingeleitet durch ein wunderschönes Zuspiel von Brian Roberts, schnell in Rückstand (17:30). Roberts erhöhte auch nach anschließendem Ballverlust der Bonner auf 17:32. Zu viele unnötige Ballverluste und unerklärliche Unkonzentriertheiten machten es dem deutschen Meister in dieser Phase leicht, eine komfortable Führung zu erspielen. Erst nach 6:20 Minuten fiel der erste Feldkorb im 2. Viertel für die Bonner (19:34). Die starke Mann-Mann-Verteidigung der Bamberger gewährte den Bonner Baskets in dieser Phase kaum kontrollierte Abschlüsse (28 % Trefferquote zur Halbzeit aus dem Feld), die Grundlage für den wohl spielentscheidenden 16:0-Run. Doch noch war das Spiel nicht entschieden und es gab noch genügend Zeit, den Rückstand wett zu machen.

 

Halbzeitstand 30:42.

 

Nach der Halbzeit kontrollierten die Bamberger weiterhin das Spiel und bauten die Führung sogar noch aus (32:49). Nach einem scheinbar harmlosen „Loose Ball Foul“ vom eher blass gebliebenen Dreierspezialisten Casey Jacobsen am ehemaligen Bamberger Chris Ensminger gerieten die beiden fast aneinander und das weckte Erinnerungen, doch die Streithähne wurden sofort getrennt und die Gemüter beruhigten sich schnell.

Denn nach einer Massenschlägerei mit Spielern und Betreuern vor fast auf den Tag 6 Jahren wurden damals insgesamt 14 Spieler von den Schiedsrichtern verbannt und schließlich auch der damalige Bamberger Trainer Dirk Bauermann (jetzt Trainer Bayern München). Am Ende verloren 4 übrig gebliebene Bamberger gegen die letzten 5 nicht ausgefoulten Bonner.

Nach einem sehenswerten Fadeaway Jump Shot knapp 1 Meter hinter der Dreierlinie sorgte Anton Gavel kurz vor Ende des Viertels für eine Vorentscheidung (38:57). Am Ende des 3. Dritten Spielabschnitts hatten zwar die beiden Bonner Veikalas und Jordan jeweils 12 Punkte verbucht, doch kein weiterer Bonner Spieler hatte bis dato mehr als 4 Punkte erzielt. Insgesamt viel zu wenig, um den Favoriten in Bredouille zu bringen.

 

Der Punktestand nach 3 Viertel betrug 38:57.

 

Vor dem letzten Viertel war den Fans der Telekom Baskets Bonn klar, dass es wohl ein Wunder benötigen würde, um diese starken Bamberger noch in die Knie zu zwingen. Als 6:40 vor Schluss der an diesem Abend schwach aufspielende Julius Jenkins (1 Punkt) an der Freiwurflinie beide Versuche vergibt, bleibt bei den Bonner Fans trotzdem nur die Ernüchterung. Zu groß ist die Dominanz der Bamberger an diesem Abend.

Am Ende gewinnt der Meister und Pokalsieger verdient mit 53:67 und hat jetzt wieder alle Trümpfe in der Hand.

„Wir haben den Bonnern die leichten Würfe weggenommen“

Nach dem Basketball-Spiel resümierte Chris Fleming, der Trainer der Brose Baskets Bamberg, auf der Pressekonferenz: „Heute war der große Unterschied, dass wir die Ballverluste reduziert haben und den Bonnern dadurch die leichten Würfe weggenommen haben. Im 1. Spiel haben sie uns wegen unserer vielen Ballverluste geschlagen und das wussten wir heute zu verhindern.“

Michael Koch, der Trainer der Telekom Baskets Bonn, gratulierte dem verdienten Sieger und meinte: „Mit 67 Punkten zuhause die wir gegen die Brose Baskets kassiert haben, damit kann man gut leben. Doch die Bamberger waren heute sehr aggressiv und haben uns fast alle Optionen im Angriff weggenommen, so dass wir nicht in unseren Rhythmus kamen. Wir mussten schwierige Würfe nehmen und haben selbst unsere Freiwürfe kaum getroffen. Zum einen ist es die schwache Wurfquote, zum anderen ist es die Verteidigung des Gegners, und die war heute sehr stark. Aber die Mannschaft hat zumindest gekämpft und damit kann ich zufrieden sein“.

Dass die Telekom Baskets Bonn das Kunststück im 3. Spiel in der „Best of Five“ Serie am Samstag (ab 20.15 Uhr) wiederholen und noch mal in der Frankenhölle gewinnen, das glauben wohl die Allerwenigsten. Warten wir es ab. Eins steht jedoch fest: Ein 2. Sieg der Bonner wäre wohl mehr als nur eine kleine Überraschung.

 

Ramy Azrak

Auch interessant

Kommentare