Bericht

Viele Highlights beim Beko BBL ALLSTAR Day 2013

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Für trainingsworld mit dabei: Basketballexperte Ramy Azrak beim BBL ALLSTAR Day 2013 in Nürnberg

Anlässlich des Beko BBL ALLSTAR Days 2013 war ich unter den bestens gelaunten 7.413 Zuschauern in der gut besuchten Arena Nürnberger Versicherung, um für trainingsworld zu berichten. Was ich in den 6 Stunden dort erlebte war alles, nur nicht Langeweile!

Normalerweise bin ich absolut kein Freund von Freundschaftsspielen und Showevents, da es keinen „wirklichen“ Sieger und Verlierer gibt und genau darum geht es doch letztenendes im Sport oder zumindest im Leistungssport. Bis zum vergangenen Samstag war für mich ein Freundschaftsspiel nicht mehr als ein „Training vor Publikum“. Von daher hatte ich im Vorfeld der Veranstaltung zugegebenermaßen etwas Bammel vor den sechs vor mir liegenden Stunden in der Halle. Doch es kam zum Glück ganz anders, als gedacht und meine Meinung über Freundschaftsspiele und Showevents hat sich mit dem Spektakel komplett gedreht: Ich kann nur sagen, es lohnt sich absolut live dabei zu sein!

Der Tag rund um das orange‐farbige Leder begann für mich um kurz vor 16.00 Uhr. Viele Fans waren bereits in der Halle und standen in langen Schlagen an, um sich ein Autogramm von ihrem persönlichen Ligastar zu sichern. Ich fand darin Spaß, erst einmal die Halle zu erkunden und ein Foto mit dem offiziellen Beko‐Maskottchen zu schießen.

Um 16.45 Uhr waren dann erst einmal die Youngstars dran. Im NBBL‐ALLSTAR Game durften die Nachwuchstalente der Jahrgänge 1994 und 1995 ihr Können einem breitem Publikum präsentieren. Im 6. Duell dominierte die Süd‐Auswahl das Geschehen und baute mit ihrem Sieg die Bilanz auf 5:1 aus. Die technisch bessere Mannschaft gewann das Spiel verdient mit 67:46, bei dem in den ersten drei Vierteln mit „running time“, also ohne Zeitstopp, exklusive bei Auszeit, gespielt wurde. MVP wurde der Shooting Guard Kenneth Ogbe von CYBEX Urspring, dem bisher viermaligen NBBL‐Meister.

Hyperaktiv an diesem Abend: Die Liga‐Maskottchen der 16 Bundesliga‐Clubs

Bereits das Auftaktspiel wurde von vielen kreativen Show‐Elementen ummantelt. Alle Liga‐Maskottchen sorgten den ganzen Abend über für eine super Stimmung in der Halle. Ein 8‐gegen‐8‐Spiel der Maskottchen, bei dem man schon erstaunt war, dass auf dem Feld noch der Überblick behalten wurde, artete in einer nicht ernst gemeinten Massenschlägerrei aus. Die geladenen Gäste Sylvester und Tweety lieferten sich einen lustige Tanz‐Competition unter den Augen von Bugs Bunny. Für den schönsten Anblick des Beko BBL ALLSTAR Days sorgte das offizielle Danceteam, die Dragon Flames. Das Danceteam der Artland Dragons zeigte eine insgesamt heiße Show mit kreativen Elementen.

 

 Bonner Amateur ohne Wurfglück beim 3‐Punkte‐Wettbewerb

Ohne Wurfglück: Amateur David Feldmann vom Regionalligisten Telekom Baskets Bonn

Um 18.15 Uhr startete dann der nächste Programmhöhepunkt, der 3‐Punkte‐Wettbewerb. Dabei hätte der Bonner Amateur, David Feldmann, für eine Überraschung sorgen können. Beim Shootout mit dem besten Distanzschützen‐Quintett erzielte der 20‐Jährige Regionalligaspieler der Telekom Baskets Bonn, der sich für das Duell mit dem Profis qualifizieren musste, lediglich 8 Punkte und schied in der Vorrunde aus. Für wenig Spannung sorgte Demond Mallet von den Artland Dragons. Der Aufbauspieler erzielte in der Vorrunde gute 20 Punkte und gewann im Finale souverän mit hervorragenden 23 von 30 möglichen Punkten. Seine Scharfschützen‐Ligakollegen blieben weit unter ihren Möglichkeiten und erzielten teilweise nur magere 12 Pünktchen.

Modus des 3‐Punkte‐Wettbewerbs

Beim 3‐Punkte‐Wettbewerb hat jeder Werfer insgesamt 60 Sekunden Zeit von 5 vorgegebenen Positionen mit je 5 Bällen, also 25 Bällen insgesamt, maximal 30 Punkte zu erzielen. Die ersten 4 Bälle der einzelnen Stationen geben bei einem Treffer 1 Punkt. Der 5. Ball an einer Station ist der sogenannte Moneyball und zählt 2 Punkte.

Nach einer Mini‐Pause war es dann soweit. Für den einen oder anderen Fan stand der eigentliche Höhepunkt des Abends an: Der Dunking‐Contest. Vor Beginn des Wettbewerbs wurde per Mikro bekannt gegeben, dass Lucca Staiger sich beim Aufwärmen verletzt haben soll und stattdessen ein Unbekannter im Power‐Ranger‐Kostüm für ihn einspringen soll. Unter dem schrillen Outfit steckte natürlich der Nationalspieler, zur Überraschung der meisten Zuschauer.

In Co‐Produktion mit Nationalmannschaftskollegen Per Günther zeigte der Ludwigsburger eine gute Show. Für noch mehr Kreativität sorgte Sergio Kerusch von den Artland Dragons, der im Batmankostüm in Richtung Ring flog und sich auch von Batwoman den Ball servieren ließ. Der eigentliche Überflieger des Contests hatte vorne auf seinem Trikot auch „Überflieger“ geschrieben stehen: Justin „Justfly“ Darlington ist kein Basketballprofi, springt aber so hoch wie kaum ein anderer und begeisterte sowohl das Publikum als auch die Jury um „Flying“ Hanning Harnisch, Stephan Baeck, Derrick Taylor und Bugs Bunny. Seinen 2. Versuch wertete die Jury sogar mit der maximale Punktzahl von 4 x 10 Punkte.

 

 

Nie vorher gesehen: Justin „Justfly“ Darlington mit einem unfassbaren Dunking

Nach einer kurzen Verschnaufpause und der Verarbeitung des unglaublich spektakulären „Dunking‐Monsters“ ging die Show dann in die letzte Runde. Der vermeintliche Höhepunkt des Abends stand an: Team National vs. Team International. Bereits im letzten Jahr wurde der „Nord gegen Süd“ Modus ersetzt. Alle bisherigen 4 Duelle entschied die Weltauswahl für sich.

Aus Sicht der Fans der Deutschen Basketball‐Nationalmannschaft war die Hoffnung groß, im 5. Anlauf endlich einen Sieg ihrer Mannschaft feiern zu dürfen, denn alle 5 Startplätze waren immerhin mit Nationalspielern bestückt: Per Günther, Philipp Schwethelm (beide ratiopharm Ulm), Lucca Staiger (Neckar Riesen Ludwigsburg), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg) und Heiko Schaffartzik (Alba Berlin). Nur Robin Benzing (Bayern München) musste seine Teilnahme verletzungsbedingt absagen.

ALLSTAR Game: Team National (dunkle Trikots) erneut im Hintertreff

Doch aus dem Wunschdenken wurde nichts. In der ersten Halbzeit war Team International die klar bessere Mannschaft und setzte den Grundstein für den klaren Erfolg (113:95). Die von Chris Fleming (Brose Baskets) gecoachte Mannschaft war in fast allen Belangen überlegen. Besonders das starke Guard‐Duo Jared Jordan (Telekom Baskets Bonn) und DaShaun Wood (Alba Berlin) zeigten ihre technischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, dominierten das Tempo des Spiels nach Belieben und setzten Liga‐MVP der letzten Saison, John Bryant, immer wieder gut in Szene. Der 2,11 Meter große Center zeigte jedoch auch das ein oder andere Mal, dass er trotz seiner Größe auch von draußen trifft. 19 Punkte, davon 2 Dreier, und 6 Rebounds standen am Ende für den alten und neuen ALLSTAR Game MVP zu buche.

In der Halbzeit des BBL ALLSTAR Games begeisterte die fünfköpfige ungarische Formation ,,Lords of Gravity" das Publikum. Akrobatik und Körperbeherrschung gepaart mit explosiver Sprungkraft, eine atemberaubende Show, die die ganze Halle fesselte und ein Dunking aus mehr als 7,50 Meter Entfernung.

Hoch, höher, am höchsten: die ungarische Formation „Lords of Gravity“

Wer an diesem Abend nicht „geflasht“ war, dem ist glaube ich nicht mehr zu helfen. Man kann der BBL nur zu dem gelungenem ALLSTAR Day gratulieren. Insgesamt war die Veranstaltung top organisiert, mit einer Vielzahl an spektakulären Showelementen. Einzig der lauwarme Start mit dem NBBL‐Spiel und die schwache Performance der Dreierspezialisten haben einen zwischenzeitlich wieder atmen lassen. Insgesamt kann sich jeder Basketballer aber schon jetzt auf den ALLSTAR Day 2014 freuen.

 

Ramy Azrak

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