Mobilisation und Aufwärmen vor dem Wettkampf

Basketball: Das Aufwärmen vor dem Spiel

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Basketballexperte Ramy Azrak analysiert das Aufwärmprogramm der Profis

Wie bei allen Ballsportarten sollte sich vor einem Basketballspiel intensiv aufgewärmt werden. Basketballexperte Ramy Azrak bringt Euch die wichtigsten Fakten des Aufwärmens näher und berichtet aus der Praxis, denn er war beim Saisonauftakt der Basketball-Bundesliga im Dome für Euch unterwegs.

Basketball-Experte Ramy Azrak bringt Euch die wichtigsten Fakten des Aufwärmens näher und berichtet aus der Praxis, denn er war beim Saisonauftakt der Basketball-Bundesliga im Dome für Euch unterwegs und hat sich beim Spiel der Telekom Baskets Bonn gegen den Mitteldeutschen BC das Aufwärmen beider Teams näher angeschaut.

Das Aufwärmen ist beim Basketball elementar und bezweckt neben der mentalen Komponente auch die physiologische Komponente der Spielvorbereitung. Ein gezieltes Aufwärmen steigert die Konzentration, erhöht die Leistungsfähigkeit, dient als Verletzungsprophylaxe und fördert Ballgefühl und Spiellaune. Es bewirkt physiologisch betrachtet, dass die Körperkerntemperatur um circa ein Grad Celsius ansteigt und das Herz-Kreislauf-System angekurbelt wird. Außerdem werden die Muskeln und Bänder auf die hohen Belastungen vorbereitet.

 

Allgemeine Tipps zum Aufwärmen beim Basketball

Beim Aufwärmtraining ist es ratsam, langsam zu beginnen und die Intensität kontinuierlich zu steigern. Die Aufwärmphase sollte allgemein 2 Teile abdecken: Ein individuelles Aufwärmen und ein Aufwärmen in der Gruppe. Je höher das Spiellevel ist, desto länger sollte das Aufwärmen andauern. Zu Beginn sind Dribblings und Würfe aus der Nah- und Mitteldistanz empfehlenswert, um das Ballgefühl zu erlangen. Die Intensität kann sowohl durch Übungen mit dem Ball als auch ohne Ball gesteigert werden. Vom Kreislegerkreisel, der klassischsten aller Aufwärmübungen im Basketball, bis hin zu Kraft-, Schnellkraft-, Stabilitäts- und Flexibilitätsübungen kann das Aufwärmen sehr flexibel gestaltet werden. Im besten Fall sollten alle genannten Kriterien erfüllt werden, um die beste Leistung im Wettkampf zu bringen. (Vor Training und Wettkampf: Das Aufwärmen mit Ball)

  

So machen es die Profis

Foto 2: Kurze Dehn- und Mobilisationsübungen auf dem Hallenboden

Beim Saisonauftakt der Spielzeit 2012/2013, am 03. Oktober, war ich beim Spiel der Telekom Baskets Bonn gegen den Mitteldeutschen BC im Telekom Dome vor Ort und habe das Aufwärmen der beiden Mannschaften genau beobachtet. Um 15.20 Uhr, knapp 100 Minuten (!!!) vor Spielbeginn, standen bereits die ersten Spieler der Telekom Baskets Bonn, Andrej Mangold und Patrick Ewing Junior, auf dem Parkett und haben die ersten Würfe aus Nah- und Mitteldistanz genommen. Kurz danach kamen 4 weitere Spieler der Baskets hinzu. Um 15.50 Uhr, als schon die ersten Fans beider Teams ihre Plätze im Dome eingenommen hatten, betraten die ersten Spieler des MBC das Spielfeld. Bei beiden Teams haben sich zunächst alle Spieler individuell aufgewärmt. Kurz nach 16 Uhr waren die meisten Spieler auf positionsbedingte Übungen konzentriert: Die Baskets-Center Chris Ensminger und Jonas Wohlfahrt-Bottermann wiederholten spezifische Centerbewegungen, Flügelspieler Benas Veikalas dribbelte quer über die eigene Spielhälfte und Aufbauspieler Jared Jordan nahm viele Freiwürfe.

Um 16.15 liefen die Spieler beider Mannschaften fast auf die Sekunde zeitgleich in Richtung der Katakomben, um wohl den letzten Anweisungen des Trainers zu lauschen und sich auf das Spiel einzuschwören. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn kehrten beide Teams mit Elan zurück auf das Spielfeld und begannen gleich mit dem Korblegerkreisel, der klassischsten aller basketballspezifischen Aufwärmübungen in der Mannschaft:

Zwei Schlangen, eine rechts eine links. Die Spieler auf der rechten Seite haben die Basketbälle. Aus beiden Schlangen läuft der erste Spieler los. Der Spieler aus der rechten Seite führt einen Korbleger durch und stellt sich links hinten in der Schlage wieder an, während der Spieler in der linken Schlange den Ball aufnimmt und ihn zur rechten Schlange passt und sich dort hinten anstellt.

Foto 3: 10 Minuten Functional Training

Nach dem Korblegerkreisel ging es dann in die heiße Phase. In beiden Teams übernahm der Athletiktrainer das Kommando. Erst standen kurze Dehn- und Mobilisationsübungen auf dem Hallenboden an (Foto 2), um im Anschluss die Intensität zu steigern: 10 Minuten Functional Training in Form von intensiven Skippings (Foto 3), Slides, Sprüngen, Tripple- und Auswahlschritten … und dann ging es endlich los!

 

Ramy Azrak

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