Badminton

Badminton - Unterschiede zwischen Hobby und Leistungssport

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Die Unterschiede zwischen dem Hobby-Badmintonspieler und dem Leistungssportler sind nicht sofort ersichtlich, aber dennoch groß.

Badminton? Das ist doch Federball, oder? – Die kleinen aber deutlichen Unterschied zwischen Hobbyspielern und Hochleistungssportlern beim Badminton in Training und Fähigkeiten.

„Der grundlegende Wettkampf zwischen zwei Seiten, die jeweils aus einem oder zwei Spielern bestehen, eine Abfolge von einem oder mehreren Schlägen vom Aufschlag gerechnet bis zu dem Zeitpunkt, da der Ball aus dem Spiel ist.“(1) So definiert der Deutsche Badminton-Verband die Begriffe des Badmintonspiels und eines Ballwechsels. Diese Begriffsbestimmung ist so einfach und allgemein gehalten, damit sie für jedes Badmintonspiel, gleich auf welchem Niveau, Gültigkeit besitzt. Und dennoch gibt es große Unterschiede im Ablauf eines Ballwechsels, der Qualität der Schläge und der Art und Weise wie ein Spieler sein Spielvermögen erlangt hat.

 

Trainingsbeginn und -planung

Einstiegsalter

Der Weg und das Spielvermögen sind geprägt durch viele Aspekte, wie das Einstiegsalter, Motivation, Trainingsqualität und –quantität, Homogenität der Trainingsgruppe, Dauer, Ehrgeiz und auch dem Talent. Diese Faktoren sind in den meisten Individualsportarten ausschlaggebend für das Leistungsniveau. Doch unterscheidet sich das Einstiegsalter im Badminton deutlich von dem anderen Sportarten. Das Sichtungsprogramm des Deutschen Badminton-Verbandes startet an den Grundschulen in der 1. und 2. Klasse, also deutlich über dem Einstiegsalter für Turner oder Fußballer. Doch auch später kann ein Spieler mit ausreichend großem Talent und leistungsorientierten Training zum Spitzenspieler werden.

 

Trainingsumfang

Das zukünftige Spielniveau wird schon in der Jugend durch die Trainingshäufigkeit limitiert. Hobbyspieler und Spieler der unteren Ligen haben in der Jugend zumeist einen Trainingsumfang von 1-2 Mal wöchentlich. Um in höheren Spielklassen bis zur Regionalliga Fuß fassen zu können, ist ein deutlich gesteigerter Trainingsumfang von 3-5 Mal pro Woche nötig. Absolute deutsche Spitzenspieler, wie Marc Zwiebler, der frisch gebackene Europameister von 2012, Juliane Schenk, Ingo Kindervater oder Birgit Michels kommen um ein tägliches Training auf ihrem Erfolgsweg nicht herum. Alle lösten das Ticket für die olympischen Sommerspiele 2012 in London.

 

Trainingsplanung/Coaching

Doch der Umfang alleine reicht nicht aus. Das Training muss durch qualifizierte Trainer in Wochen-, Monats- und Saisonplänen strukturiert aufgebaut werden. (Periodisierung – das Zauberwort für eine erfolgreiche Saisonplanung)

  

Unterschiede in den Fähigkeiten

Die Unterschiede zwischen Hobbyspielern und Hochleistungssportlern im Bereich des Trainings sind wie aufgezeigt deutlich und vielfältig. Dem gegenüber sind auch die Unterschiede im eigentlichen Spiel sehr auffallend.

 

Technik

Hobbyspielern fehlt es im Normalfall nicht an Freude am Spiel und der Bewegung und oft betreiben sie die Sportart über Jahre und Jahrzehnte und bekommen so auch eine eindrucksvolle Treffsicherheit. Dennoch fehlt es Hobbyspielern oder Anfängern, welche das erste Mal vom Federball im Garten in die Halle kommen, an den grundlegenden Basistechniken, angefangen mit den Griffen und den damit verbundenen Schlägen bis hin zur Lauftechnik. Hobbyspieler sind dadurch nicht in der Lage, den Ball dort und auf die Weise zu platzieren, die sie beabsichtigen. Hochleistungsbadmintonspieler besitzen diese Fähigkeit, durch ausgebildete Techniken ihr Spiel aktiv zu gestalten und Taktiken erfolgreich umzusetzen. Bei den „Hobbys“ ist die Taktik vorherrschend, den Ball einfach über das Netz zurück ins Feld zu bringen.

 

Kondition und Schnelligkeit

Spitzenspieler besitzen darüber hinaus noch eine größere Kondition und Schnelligkeit. Bei den olympischen Spielen 2012 im London kommen Badmintonfans in den Genuss, Spieler von Weltklasseformat live im Fernsehen und vor Ort zu bewundern und sich eine Vorstellung davon zu machen, wie eindrucksvoll die Geschwindigkeit, Intensität und Dauer der Ballwechsel sein können.

 

Antizipationsvermögen 

Ein letztes entscheidendes Kriterium für Leistungsunterschiede ist das Antizipationsvermögen. Bei Leistungsspielern ist dies meistens sehr ausgeprägt. Für den Laien scheint es daher oft unbegreiflich, wie Spitzenspieler sich so schnell und zugleich so wenig zu bewegen scheinen und dennoch immer eine hohe Treffsicherheit haben. In Wirklichkeit besitzen diese Sportler einfach die Fähigkeit, das Spiel des Gegners gut zu „lesen“, das heißt zu erkennen, welcher Schlag wohin erfolgt. Im Gegenzug sind fast alle Leistungsspieler in der Lage, ihr Spiel möglichst ansatzlos zu gestalten, so dass das „Lesen“ deutlich erschwert wird.

 

Dem aufmerksamen Leser sollte es nun möglich sein, den Unterschied zwischen Federball und der interessanten Sportart Badminton erkennen und erklären zu können.

 

Christian Prelcec

 

Literatur:

1. Deutscher Badminton Verband e.V. - Satzung - Ordnungen - Spielregeln 2010/2011; S. 530 Meyer & Meyer Verlag

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