Badminton

Basics im Badmintontraining - Bevor es ans Schlagen geht

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Bevor man mit dem Badminton-Training beginnen kann, müssen Grundbegriffe wie Feldbereiche, Griffe und Treffbereiche geklärt sein.

Bevor man sich mit dem Eingemachten des Badminton-Trainings befassen kann, müssen die grundlegendsten Begriffe geklärt werden. Dieses Vokabular, welches die Bereiche Griffe, Schlagphasen, Feld- und Treffbereiche beinhaltet, soll in diesem ersten Artikel beleuchtet werden.

In den späteren Beiträgen der Reihe "Basics im Badmintontraining – Schlagtechniken", werden die grundsätzlichen Gruppen und die einzelnen Schläge mit ihren Beschreibungen, Fehlerbildern, Trainingsaufbau und Beispielübungen ausführlich dargestellt. Doch davor ist es wichtig, sich über ein grundlegendes Vermittlungsvokabular zu informieren und zu einigen. Dieses Vokabular, welches die Bereiche Griffe, Schlagphasen, Feld- und Treffbereiche beinhaltet, soll in diesem ersten Artikel beleuchtet werden.

 

Feldbereiche

Abb. 1: Feldbereiche im Badminton

Im Training werden sowohl Übungen auf dem Feld, als auch neben dem Feld, sogenannte „Off-Court“-Übungen, praktiziert. Bei den Übungen auf dem Feld sollte den Übenden klar sein, über welche Bereiche und Linien gesprochen wird. Abb. 1 zeigt die grundsätzliche Einteilung des Feldes bzw. Courts. Vorder-, Mittel- oder Hinterfeld sind zwar durch Linien klar abgegrenzt, allerdings sollte der Trainer darauf hinweisen, dass bei verschiedenen Schlägen und Übungen die Feldbereiche fließend ineinander übergehen.

Die verschiedenen Schläge lassen sich den Feldbereichen zuordnen. Aus dem Hinterfeld werden Verteidigungs-, Angriffs- und Standard-Clear, (Half-)Smash, langer und kurzer Drop gespielt. Im Mittelfeld finden primär Drive, geschobene Schläge und Drop Anwendung. Im Vorderfeld bzw. im Netzbereich sind Lob, Swip, Töten und Stop die am meisten vollzogenen Schlagarten.(1)

 

Griffe

Der richtige Griff des Schlägers ist entscheidend und absolute Grundlagenarbeit, die von „klein auf“ vermittelt werden sollte. Darüber hinaus sollte es für jeden Trainer, speziell im Anfängerbereich, essentiell sein, im Training auf die Griffhaltung zu achten, auf Fehler hinzuweisen, sie zu korrigieren und wenn nötig auch erneut als Inhalt aufzugreifen.

 

Der V-Griff

Oft taucht im Anfängertraining der Begriff des „Universalgriffs“ auf. Gemeint ist damit der sogenannte V-Griff. Es ist darauf zu achten, dass das Synonym „universal“ oft verwendet wird. Dies heißt allerdings nicht, dass die Anwendung auf alle Schlagtechniken und Gruppen einheitlich korrekt und effektiv ist. Zwar ist der V-Griff für fast alle Vorhand-Schläge der Gruppe der Rotationsschläge einsetzbar und sinnvoll, aber das schließt noch eine Menge Schlagtechniken, zum Beispiel Rückhand- oder Extensionsschläge, nicht mit ein. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als wäre es für Anfänger einfacher, zunächst nur einen Griff zu erlernen und später das Repertoire zu erweitern, sollten Kindern und Jugendlichen alle Griffe in den ersten Ausbildungswochen bzw. -monaten vermittelt werden.

Die Hand greift beim Griff auf die schmale, d. h. dem Rahmen zugewandte Seite und umschließt den Griff des Schlägers in der unteren Hälfte. Daumen und Zeigefinger liegen in der Art am Schläger, dass diese Beiden ein „V“ bilden. Der Griff ist eher locker gestaltet, das heißt es sollte ca. ein Finger breit Platz zwischen Handinnenfläche und Griff sein.

Je nach Einstiegsalter empfehlen sich unterschiedliche, dem Alter angepasste Vermittlungsarten. Bei älteren Jugendlichen oder Erwachsenen reicht zumeist die oben stehende Beschreibung aus. Für Kinder empfehle ich eine einfache, spielerische Methode. Die Kinder sollen den Schlägerkopf zwischen die Oberschenkel nehmen und dann den Schläger von oben greifen und mit dem Daumen Richtung Körper zwischen Oberschenkeln herausziehen.

 

Der Daumengriff

Ein weiterer Griff ist der Daumengriff. Diese Griffart findet vor allem bei Rückhandschlägen, sowohl im Vorder- als auch im Hinterfeld Anwendung. Wie der Name schon sagt, wird der Daumen dabei flach auf die breite Seite des Griffs gelegt. Die anderen Finger umgreifen den Griff locker, im Vergleich zum V-Griff um 90-Grad gedreht.

 

Der Rush-Griff

Der sogenannte Rush-Griff ist der dritte der vier Schläge, auf deren Vermittlung in keinem Fall verzichtet werden sollte. Die Hand wird auf die breite Seite des Griffs gelegt, so dass bei einer vorgehaltenen Schlägerposition die Schlagfläche parallel zum Sichtfeld steht. Wichtiges Prinzip des Rush-Griffs ist, dass der Schläger locker in der Hand gehalten wird, so dass ca. 1 Zeigefinger breit Platz zwischen Griff und Handinnenfläche vorhanden ist. Der Griff findet besonders bei Vorhand-Schlägen im Vorder- und Mittelfeld Anwendung.

 

Der Powergriff

Als vierter Schlag soll hier der Powergriff vorgestellt werden. Die Griffhaltung ist dem V-Griff sehr ähnlich. Der Unterschied besteht nur in der Handhaltung. Mit dem Power-Griff sollen, wie der Name schon sagt, besonders harte Schläge und hohe Ballgeschwindigkeiten erreicht werden.

 

Kurz- und Langgriff

Über die vier Basisgrifftechniken hinaus sollte der Trainer noch eine weitere Differenzierung im Training verdeutlichen. Zum einen den Kurz-Griff und zum anderen den Lang-Griff. Der Kurz-Griff wird verwendet, um größere Präzision und besseres Handling zu haben. Der Schläger wird am oberen Griffende gehalten. Der Lang-Griff ermöglicht eine höhere Schlägerbeschleunigung und Ballendgechwindigkeit.

 

Treffbereiche

Abb. 2: Verdeutlichung der Treffbereiche im Badminton

Zusätzlich zu den Griffen ist es von zentraler Bedeutung die Treffbereiche des Balls zu definieren, um die Einsatzmöglichkeiten der später vorgestellten einzelnen Schlagarten und Schläge eindeutig festzulegen. Dadurch können Fehlerbilder schnell geklärt und vermieden werden. Abb. 2 verdeutlicht die Treffbereiche im Badminton. Um die Abbildung verstehen zu können, sollen kurz die verwendeten Abkürzungen erläutert werden:

- VH – Vorhand

- RH – Rückhand

- Ük – Überkopf

- Üh – Überhand

- Sh – Seithand

- lvK – Links-vom-Kopf

- Uh – Unterhand

 

Trainer sollten darauf achten, frühzeitig ein klares Bild dieser Treffbereiche zu vermitteln, um beim Training kurz und eindeutig Begrifflichkeiten verständlich benutzen zu können. Dabei sollten die einzelnen Bereiche durch idealtypische Schlagbeispiele klar abgesteckt werden, allerdings auch darauf hingewiesen werden, dass die Bereichsgrenzen fließend sind. Das eindeutigste und praktisch schwierigste Beispiel ist, wie in der Graphik zu sehen, der Bereich Vorhand- Links-vom-Kopf und Rückhand – Überhand. Hier spielt die Situationsabhängigkeit, auf welche wir in den folgenden Artikeln noch hinweisen werden, eine große Rolle.

Sehen Sie hier die Abb. 2 auch in groß

Jeder Trainer hat nun eine Reihe von zentralen Aufgaben beim Training, wie das Verdeutlichen von Techniken und Griffen, das Erstellen und Anleiten von Übungen und das Erkennen von Fehlerbildern. Letzteres impliziert nicht nur das reine Entdecken von Fehlern, sondern auch deren Korrektur. Besonders bei Übungen auf dem Feld und großen Trainingsgruppen ist es hilfreich sich auf kurze, prägnante Vokabeln zu einigen. Daher soll nun ein Blick auf die Schlagphasen geworfen werden.

 

Die Schlagphasen

Man unterscheidet die vier Schlagphasen:

- Ausholphasenendstellung (0)

- Auftakt (1)

- Schlag (2)

- Ausschwungphase (3)

Diese Schlagphasen können je nach Schlagart unterschiedlich ausgeprägt sein. Besonderes Augenmerk sollte im Training immer wieder auf die „Null“ gelegt werden. Sie ist nicht mit der Auftaktposition zu verwechseln. Sie sollte frühzeitig eingenommen werden, bis der Schlag ausgeführt wird. Der Auftakt erfolgt meist entgegengesetzt der eigentlichen Schlagbewegung und fällt je nach Schlagart unterschiedlich ausgeprägt aus. In der „Zwei“ erfolgt die eigentliche Schlagbewegung bis zum Treffpunkt des Balls. Die „Drei“ sollte möglichst kurz gestaltet werden und möglichst übergangslos in die nächste Null übergehen.

 

Nun haben wir die wichtigsten Grundlagen und das Vokabular festgelegt, welches jeder Trainer auch seinen Schützlingen beim Training vermitteln sollte. (Badminton - Unterschiede zwischen Hobby und Leistungssport

 

Christian Prelcec

 

Quellenangabe:

1. Vgl. Poste / Hasse; 2002, S.106

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