Abdellaoue schockt Bayern-Jäger Werder

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Mohammed Abdellaoue trifft, wie er will

Hannover - Herber Dämpfer für Werder Bremen: Durch die 2:3-Niederlage bei Hannover 96 hat es Werder in der Bundesliga verpasst, nach Punkten mit Tabellenführer Bayern München gleichzuziehen.

Hannover (SID) - Während Hannovers Fankurve lautstark "Die Nummer eins im Norden sind wir" skandierte, schlichen die Bremer Spieler geprügelt Richtung Kabine. Allen voran Enfant Terrible Marko Arnautovic, der mit seiner Roten Karte Werders Schlussoffensive bei der 2:3 (1:2)-Niederlage des Bayern-Jägers im kleinen Nordderby bei Hannover 96 jäh gestoppt hatte. Mann des Tages war stattdessen Hannovers norwegischer Stürmer Mohammed Abdellaoue mit seinen drei Treffern (2., Foulelfmeter/38./60.).

Bedient war auch Bremens Trainer Thomas Schaaf: "Wir haben nicht gut gespielt. Ganz einfach. Wir waren vom Kopf her nicht bereit, die richtigen Dinge zu tun." Sündenbock Arnautovic, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+3) den Anschlusstreffer erzielt hatte, war untröstlich: "Das ist sehr bitter für mich. Ich werde drei Tage nicht schlafen können. Es tut mir sehr leid für mich, die Mannschaft und die Fans." Der Österreicher hatte gegen Sergio Pinto den Fuß draufgehalten und dafür von Schiedsrichter Guido Winkmann aus Kerken glatt "Rot" gesehen (78.).

Der Treffer von Torjäger Claudio Pizarro (83.) in der Schlussphase kam zu spät für die zuletzt fünfmal in Serie ungeschlagenen Bremer, die in der Tabelle weiter Zweiter mit drei Punkten Rückstand auf Rekordmeister Bayern München sind. Allerdings liegt Hannover als Fünfter nur noch einen Zähler hinter dem Double-Gewinner von 2004.

Entsprechend Spaß hatten die Gastgeber im ausverkauften Hexenkessel vor 49.000 restlos begeisterten Zuschauern. "Die drei Tore sind fantastisch, es war ein fantastischer Abend. Bremen war in der zweiten Hälfte sehr stark, aber letztlich haben wir gewonnen. Wir haben die drei Punkte genommen, die wir haben wollten", sagte Matchwinner Abdellaoue. Sein Trainer Mirko Slomka ergänzte: "Wir haben in dieser Woche vieles richtig gemacht. Wenn eine Spitzenmannschaft wie Werder Bremen in der zweiten Halbzeit noch einmal kommt, dann muss man dagegenhalten. Das haben wir bravourös gemacht."

Bremen hatte fast die komplette erste Halbzeit verschlafen. Nach dem frühen Gegentreffer ließen die Bremer die spielerische Leichtigkeit der vergangenen Spiele lange vermissen. Regisseur Marko Marin gelang es kaum, die Angreifer Pizarro und Arnautovic gefährlich in Szene zu setzen. Außerdem leisteten sich Marin und der schwache Philipp Bargfrede immer wieder unnötige Abspielfehler. Nur kurz nach der Pause war Werder der unbedingte Wille anzumerken, mit einem Sieg den Münchnern auf die Pelle zu rücken. Allerdings ließen Pizarro (47. und 52.) sowie Arnautovic gute Chancen ungenutzt.

Schon der 1:2-Anschlusstreffer durch den Österreicher fiel wie aus dem Nichts. Pizarro hatte im Strafraum die komplette 96-Innenverteidigung auf sich gezogen und Arnautovic bedient. Der Österreicher hatte keine Probleme schnörkellos aus 16 Metern ins rechte Eck zu treffen. Es war die erste und einzige Werder-Chance in Halbzeit eins.

Eigentlich hätte Hannover zu diesem Zeitpunkt sicher mit 3:0 in Führung liegen müssen. Aber Jan Schlaudraff setzte freistehend einen Lupfer an die Latte, anstatt das leere Tor zu treffen (42.). Zuvor hatten die Niedersachsen, die unter der Woche in der Europa League glücklich mit 2:1 in der Ukraine bei Worskla Poltawa gewonnen hatten, einen Traumstart erwischt. Bereits nach zwei Minuten verwandelte Abdellaoue den von Bargfrede an Lars Stindl verursachten Foulelfmeter sicher. Sebastian Mielitz, der den rotgesperrten Tim Wiese ersetzte, hatte keine Abwehrchance.

Die Strategie, aus einer sicheren Abwehr auf gefährliche Konter zu setzen, machte sich in der 38. Minute bezahlt. Schlaudraff hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt und den in der Mitte lauernden Abdellaoue sehenswert bedient. Der überragende Norweger entwischte seinem Bewacher Sebastian Prödl und vollendete sicher aus kurzer Distanz.

Bei seinem dritten Treffer wähnte sich Abdellaoue zunächst im Abseits, deshalb kam sein Jubel erst mit Verspätung. Anschließend wurde er unter großem Beifall durch Didier Ya Konan ersetzt.

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