7 Fragen an Shorttracker Robert Seifert

"Mein Ziel ist ein Platz im Olympischen Finale"

Am kommenden Dienstag geht Robert Seifert bei den Olympischen Spielen im Shorttrack in seiner Spezial-Disziplin über 500 Meter an den Start. Im Interview mit trainingsworld.com spricht er über seine Ziele, sein Training und den Rückhalt der Familie.

trainingsworld.com: Welche Chancen rechnen Sie sich für den Wettkampf bei den Olympischen Spielen aus? In wem sehen Sie Ihre größten Konkurrenten? 

Robert Seifert: Mein persönliches Ziel ist ein Platz im Finale. Gerade beim Short-Track benötigt man hierfür aber auch immer eine Portion Glück. Die größten Konkurrenten kommen aus Kanada, China und Russland.

trainingsworld.com: Wie unterscheidet sich die Trainingsplanung in einem Olympia-Winter von einer normalen Wettkampfsaison? Wie periodisieren Sie Ihre Vorbereitung? 

Robert Seifert: Eine Olympiasaison unterscheidet sich hier nicht speziell von einer Weltcupsaison mit einer Weltmeisterschaft beispielsweise im selben Zeitraum. In aller Regel teilt sich eine Saison in 3 Bereiche: Grundlagentraining, spezifisches Training, direkte Wettkampfvorbereitung. Letztere findet derzeit statt.

"Wettkampfvorbereitung: Eher viel Ruhe als Trubel"

trainingsworld.com: Unsere Sportler interessiert natürlich besonders wie eine exemplarische Trainingswoche in der Vorbereitung aussieht. 

Robert Seifert: Mo, Di, Do, Fr je 2x Training; Mi, Sa 1x Training; Mi Nachmittag, Sa Nachmittag, So frei. Mo - Sa Vormittag: 1h Erwärmung mit spezifischer Imitation, dann 2h Eistraining, dann 30min Nachbereitung/Ergometer/Laufen/Dehnung. Di, Do Nachmittag Eistraining, wie vormittags. Mo, Fr Nachmittag 2h Kraft, je nach Saisonzeitpunkt gegliedert in Kraftausdauer, Maximalkraft oder Explosivkraft. 2x pro Woche je 30min Massage.

trainingsworld.com: Worauf legen Sie in den letzten Wochen der Wettkampfvorbereitung besonderen Wert? Rücken bestimmte Aspekte noch einmal in den Mittelpunkt? 

Robert Seifert: Direkte Wettkampfvorbereitung heißt bei uns wenige schnelle Runden, maximale Belastungen bei geringerem Umfang, hohe Geschwindigkeiten und Maximal-/Explosivkrafttraining. Bei mir persönlich eher viel Ruhe als viel Trubel.

trainingsworld.com: Führen Sie bestimmte regenerative Einheiten oder Ausgleichssport durch, um ggf Verletzungsrisiken zu minimieren? 

Robert Seifert: Massagen, manchmal Unterwassermassagen, meist 1x pro Woche Gymnastik, Selbstmassage mit dem Massage Stick oder der Foamroll.

"Meine Familie gibt mir großen Rückhalt"

trainingsworld.com: Worauf achten Sie  generell bei der Ernährung während des Trainings und des Wettkampfes? Haben Sie mit Blick auf den Wettkampf noch einen gesonderten Ernährungsplan? 

Robert Seifert: Beim Training und im Wettkampf viele Kohlenhydrate, da dies der Hauptenergielieferant ist. Bei Wettkämpfen vermehrt flüssge Zufuhr. Sonst wenige Fette, kaum Fertiggerichte.

trainingsworld.com: Wie entscheidend ist im Wettkampf und in der Wettkampfvorbereitung  die Psyche bzw. das Wohlfühlen? Welche Techniken haben Sie, um sich bei einem "Motivationsloch“ zu motivieren? 

Robert Seifert: Die Psyche spielt immer eine große Rolle. Meine Familie gibt mir hier einen großen Rückhalt. Ein Blick in die Augen meiner Tochter kann da beispielsweise schon sehr viel wieder wett machen. Außerdem versuche ich mir immer vor Augen zu halten, was ich bisher schon erreicht habe und, dass ich mich nicht zu verstecken brauche.

 

 Sehen Sie auch:

Faszientraining mit der Blackroll

"Ich möchte bei Olympia zwei fehlerfreie Programme laufen"

Rubriklistenbild: © Bundeswehr TV

Auch interessant

Kommentare