7 Fragen an Eiskunstläufer Peter Liebers

"Ich möchte bei Olympia zwei fehlerfreie Programme abliefern"

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"Wintersportler werden im Sommer gemacht", Peter Liebers.

Am Donnerstag geht der Deutsche Eiskunstlaufmeister und EM-Sechste Peter Liebers bei den Olympischen Spielen an den Start. Er spricht im Interview mit trainingsworld.com über seine Chancen, sein Training und die größten Olympia-Konkurrenten.

trainingsworld.com: Welche Chancen rechnen Sie sich für den Wettkampf bei den Olympischen Spielen aus? In wem sehen Sie Ihre größten Konkurrenten? 

Peter Liebers: Eine bestimmte Platzierung bei den Spielen ist zweitrangig. Für mich ist wichtig zwei fehlerfreie und gute Programme abzuliefern, sowie die einmalige Möglichkeit bei solch einem Event laufen zu dürfen. Sicher gilt das das olympische Motto „Dabei sein ist alles“. Aber wenn man schon mal dabei ist, möchte man auch sein bestes zeigen. Die Konkurrenz ist natürlich sehr groß. Ich denke die größten Konkurrenten kommen aus Kanada, den USA und Japan.

trainingsworld.com: Wie unterscheidet sich die Trainingsplanung in einem Olympia-Winter von einer normalen Wettkampfsaison? Wie periodisieren Sie Ihre Vorbereitung? 

Peter Liebers: Die Trainingsplanung im olympischen Winter unterscheidet sich kaum zur normalen Saisonvorbereitung. Natürlich werden Wintersportler im Sommer gemacht. Für mich sind in der Saisonvorbereitung besonders die Grundlagenausdauer, Verletzungsprävention und Techniktraining wichtig. In der ersten Vorbereitungsphase stehen die Erstellung der Wettkampfprogramme und die Grundlagenausdauer im Vordergrund. In der zweiten Vorbereitungsphase konzentriere ich mich auf das Techniktraining und verlagere das Ausdauertraining vom Joggen auf das Eis. Es werden die Wettkampfprogramme mit verminderten Inhalt gelaufen. Dann kommt die unmittelbare Wettkampfvorbereitung auf die Qualifikation der Spiele. Volle Wettkampfprogramme und das Training der Schwerpunktelemente stehen im Vordergrund. Nach der erfolgreichen Qualifikation kommt eine kurze Ruhephase mit erhaltendem Training bis es dann in die entscheidende Vorbereitungsphase zu den Spielen geht in der vor allem volle Wettkampfprogramme gelaufen werden.

"Ich gehe beinahe täglich ins Kältebecken"

trainingsworld.com: Unsere Sportler interessiert natürlich besonders wie eine exemplarische Trainingswoche in der Vorbereitung aussieht. 

Eine Trainingswoche von Peter Liebers.

Peter Liebers: Eine Trainingswoche umfasst etwa 6-7 Stunden Training am Tag von Montag bis Samstag. Der Sonntag steht meist im Zeichen der Regeneration.

trainingsworld.com: Worauf legen Sie in den letzten Wochen der Wettkampfvorbereitung besonderen Wert? Rücken bestimmte Aspekte noch einmal in den Mittelpunkt? 

Peter Liebers: Eigentlich gibt es in der unmittelbaren Vorbereitung auf die Spiele keine besonderen Aspekte die ich beachte. Ich laufe meine Wettkampfprogramme täglich durch um die Wettkampfbelastung zu trainieren.

trainingsworld.com: Führen Sie bestimmte regenerative Einheiten oder Ausgleichssport durch, um ggf Verletzungsrisiken zu minimieren? 

Peter Liebers: Dazu muss ich zunächst einmal sagen, dass die physiotherapeutischen Einrichtungen und die Möglichkeiten zu Regeneration im Olympiastützpunkt Berlin besonders umfangreich sind und mir daher eine große Vielzahl an Regenerationsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Neben einer Unterwassermassage und zwei normalen Teilmassage pro Woche, gehe ich beinahe täglich in ein Kältebecken (ca. 6˚C) und einmal wöchentlich in die Sauna.

"Ausgewogene Ernährung ist essentiell im Leistungssport"

trainingsworld.com: Worauf achten Sie generell bei der Ernährung während des Trainings und des Wettkampfes? Haben Sie mit Blick auf den Wettkampf noch einen gesonderten Ernährungsplan? 

Peter Liebers: Ich achte natürlich auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Das ist essentiell im Leistungssport, auch wenn ich nicht grammgenau auf mein Gewicht achten muss. Zusätzlich nehme ich täglich die Nahrungsergänzungsmittel der Cellagon® Reihe, die mir erfreulicherweise vom OSP Berlin zur Verfügung gestellt wird.

trainingsworld.com: Wie entscheidend ist im Wettkampf und in der Wettkampfvorbereitung die Psyche bzw. das Wohlfühlen? Welche Techniken haben Sie, um sich bei einem „Motivationsloch“ zu motivieren? 

Peter Liebers: Die Psyche spielt eine große Rolle, gerade bei einem solch wichtigen Ereignis wie Olympia. Ich arbeite daher seit Sommer 2012 mit einem Sportpsychologen zusammen. Wir haben Techniken entwickelt die es mir ermöglichen meine Trainingsleistungen auch im Wettkampf auf den Punkt abrufen zu können.

 

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Bildquelle:

http://www.eislauffotos.de

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