7 Fragen an Weitspringer Christian Reif:

"Das Ziel ist eine Medaille bei der Leichtathletik EM"

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Weitspringer Christian Reif zählt bei der Leichtathletik Europameisterschaft in Zürich zu den Mitfavoriten. Mit 8,49 Metern ist der Europameister von 2010 einer der Jahresbesten. Im Interview spricht er über seine Ziel, sein Training und den Einfluss der Psyche im Wettkampf.

trainingsworld.com: Im August steht mit der Europameisterschaft in Zürich der Saisonhöhepunkt an, Was sind Ihre Ziele für die aktuelle Saison?

Christian Reif: Nachdem die ersten beiden Wettkämpfe sehr vielversprechend verliefen und ich gleich im ersten Wettkampf eine neue Bestleistung aufstellen konnte, ist das Hauptziel für diese Saison eine Medaille bei der EM in Zürich zu holen.

trainingsworld.com: Wie periodisieren Sie Ihr Training in dieser Wettkampfsaison? Wie genau planen Sie Ihre Vorbereitung?

Christian Reif: Die Sommerpausen ist ganz klar einfach periodisiert, dass heißt, das wir - mein Trainer und ich - alles auf die EM in Zürich ausrichten. Da ich nach zwei Wettkämpfen sowohl die erste (8,05m), als auch die zweite (7,90m) vom Verband geforderte Norm erfüllt habe, ist es jetzt einfacher: ich kann jetzt voll für Zürich planen und entspannter in die nächsten Wettkämpfe gehen. Ich möchte mich auch in der Diamond League zeigen und dort gegen die stärksten Springer der Welt antreten.

Die Trainingsintensität steigt vor den Wettkämpfen

trainingsworld.com: Unsere Sportler interessiert natürlich besonders wie eine exemplarische Trainingswoche in der Vorbereitung aussieht.

Christian Reif: Es ist so, dass wir täglich zwischen Einheiten im Kraftraum und Einheiten auf der Bahn wechseln. Montags steht beispielsweise Krafttraining auf dem Programm, dann sprinte ich dienstags oder springe in die Grube.

trainingsworld.com: Worauf legen Sie in den letzten Wochen der Wettkampfvorbereitung besonderen Wert? Rücken bestimmte Aspekte noch einmal in den Mittelpunkt?

Christian Reif: In den letzten Wochen der Vorbereitung ist die Intensität deutlich höher als in der allgemeinen Vorbereitung, die Umfänge gehen dafür aber auch deutlich zurück.

trainingsworld.com: Führen Sie bestimmte regenerative Einheiten oder Ausgleichssport durch, um ggf Verletzungsrisiken zu minimieren?

Christian Reif: Ich achte sehr auf eine allgemeine Athletik. Regenerative Einheiten mit lockeren Läufen gehören dabei ebenso dazu, wie Stabilitätstraining für Bauch und Rücken.

Die Psyche ist der wichtigste Faktor für Spitzenleistungen

trainingsworld.com: Worauf achten Sie generell bei der Ernährung während des Trainings und des Wettkampfes? Haben Sie mit Blick auf den Wettkampf noch einen gesonderten Ernährungsplan?

Christian Reif: In der Wettkampfphase achte ich darauf, dass ich gerade abends eher mal auf Kohlenhydrate verzichte. Ich übe eine Sportart aus, bei der das Gewicht ein entscheidender Faktor ist. Allerdings muss ich auch darauf achten, dass ich bei Gewichtsverlust auch keine Kraft einbüße. Ansonsten arbeite ich aber nicht mit einem Ernährungsberater zusammen.

trainingsworld.com: Wie entscheidend ist im Wettkampf und in der Wettkampfvorbereitung die Psyche bzw. das Wohlfühlen? Welche Techniken haben Sie, um sich bei einem „Motivationsloch“ zu motivieren?

Christian Reif: Die Psyche ist gerade in wichtigen Wettkämpfen der wichtigste Faktor für Spitzenleistungen. Die Höchstleistung dann abzurufen wenn es darauf ankommt ist eine besondere Qualität und zeichnet den Topathleten aus. Ich denke mir immer wie hart die letzten Wochen gewesen sind und dass es sich JETZT auszahlen kann, das motiviert mich.

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